..Die Hannover Messe fragt in einem Beitrag Hätten Sie mal eine Stunde Strom?“ und die Antwort muss ein klares JA sein. Die Blockchain Technologie kommt in immer weiteren Teilen der Energiewirtschaft zum Einsatz. Im Jahre 2016 hat sie endgültig den Endverbraucher erreicht, der frei von Stromanbieter und regulatorischen Auflagen seinen Strom handeln kann. Mit dem Stromkonto wird Energie und Geld voneinander getrennt und dadurch genau das umgesetzt, was zwar der Kunde mit der Frage verbindet – jedoch nicht die Anbieter, die durch eine Trennung von Energie und Geld ihre „wichtige“ Rolle als Mittelsmann verlieren.

Keine Sorge liebe Stromanbieter und Energieversorger – Ihr bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Erfüllungsgehilfe für Dienstleistungen oder Komplize der Poltik, wenn es um die Fahrtrichtung des Atom/Kohle-Ausstiegs geht. Lediglich die Hoheit über die Transaktionen zwischen den Kunden, die habt ihr im Jahre 2016 an die Blockchain verloren. Aber warum? Es ist nicht etwa, dass die Blockchain Technologie kostenlos ums Eck kommt, viel mehr ist es die erschreckend schlechte Umsetzung der Digitalisierung des Strommarktes. Jährliche Abrechnung? Wie 1970er ist das nur? Wenn dann noch ein großer Teil der Abrechnungen auf „Schätzungen“ beruhen, dann sucht man als Kunde doch lieber eine Alternative…

Auf dem Schwarzmarkt wurde man fündig. Ein Vorurteil, mit dem sich zumindest Bitcoin rumärgern darf. Einige bezahlte Whistle-Blower haben ihre Entschädigung mit Crypto-Währungen wie Bitcoin erhalten. Doch warum? Wenn man nicht offen kommunizieren kann, wie die Identität des Anbieters / Kunden ist, dann braucht man ein Mittel, um den Austausch von Ware  gegen Geld sicher hinzubekommen. Genau das leistet die Blockchain Technologie. Null Vertrauen in die Identität – 100% Vertrauen in die Richtigkeit von Transaktionen.

Im 2014 war hier im Blog die Frage, was eigentlich passiert, wenn man eine Stunde Strom geschenkt bekommen würde. Mittlerweile wurde dieses Gedankenexperiment zumindest in UK bereits einmal in der Praxis erprobt. In die Commodity-Falle,   von der GE-Chef Jeffrey Immelt 2008 warnte, ist die gesamte Branche mittlerweile getappt. Die einfache Frage „Hätten Sie mal eine Stunde Strom?“ kann so kompliziert beantwortet werden, dass keiner mehr versteht, was der Fragende überhaupt wollte.

Lasst uns schlumpfen

Bei der StromDAO kümmern wir uns neben dem Einsatz der Blockchain Technologie in der Energiewirtschaft, vor allem um ein Verständnis, was hinter einfachen Dingen auf Kundenseite eigentlich gemeint ist.  Ein Werkzeug im Innovationsmanagement ist das Ersetzen des „Subjektes“ mit einem Schlumpfwort. Im Anschluss wird geschaut, wie man das Problem als Prozess löst und erst am Ende wird alles wieder das ursprüngliche „Subjekt“ eingefügt. 

Hätten Sie mal eine Stunde Schlumpf?

Jetzt könnte man ganz lange Abschnitte schreiben, die an eine Erörterung aus dem Deutschunterricht in der Mittelstufe erinnern. Oder man kürzt es etwas ab…

  • Dem Fragenden ist es wurst egal, ob es so etwas wie Bilanzkreise gibt.
  • Dem Fragenden ist es ebenso egal, wie die Abrechnung zwischen Stromanbieter und Verteilnetzbetreiber geht
  • Der Fragende meldet ein Bedarf an, wahrscheinlich ist er auch bereit dafür etwas zu geben.

Mit dem Stromkonto hatten wir die Entkopplung von Energielieferung und Geldfluss erledigt. Wie dies im Detail aussieht, kann man sich am Beispielkonto gerne ansehen. Ein solches Konto existiert theoretisch für jeden, entscheidend sind die Buchungen (Transaktionen).

Wer sich etwas mit Buchhaltung auskennt, der kann bereits ahnen, wie die Stunde Strom nun realisiert wird: Ein einfacher Buchungssatz.

Von Konto A an Konto B den Betrag X

In der Finanzbuchhaltung existiert die Mehrwertsteuer als klassische „durchlaufender Posten“. In der Energiewirtschaft haben wir zumindest bei den privaten Letztverbrauchern deutlich mehr Posten (EEG, StromNEV, Konzessionsabgabe, Offshore Haftung,…). Eine Buchung hat daher zusätzliche Attribute, welche mitgeliefert und als durchlaufender Posten behandelt werden müssen.

Die Antwort auf die Frage: Haben Sie mal eine Stunde Strom?

lautet daher: Ja, ich bin in der Lage folgende Buchung durchzuführen:

Von Meinem Konto

Sekunden 3600
Wattstunden 4025
Brutto 1,01€
UST 19% 0,16€
Netto 0,85€
Stromsteuer 0,08€
EEG‐Umlage 0,28€
Aufschlag KWK‐G 0,02€
§ 17 f Abs. 5 EnWG -0,00€
§ 19 Abs. 2 StromNEV 0,02€

an Dein Konto 

Unter der Transaktionskennung 0xb95eabbf… kann gerne jeder schauen, dass die Stunde Strom nun bei Dir ist und nicht mehr bei mir.

Mehr zur Optimierung dieses Lösungsansatz kann man auf dem Blockchain Tag am 27.01.2017 in Berlin erfahren.

Den Beitrag "Ja, wir haben eine Stunde Strom für Sie offline Lesen:

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