„Bei Energieload hat Ajaz sich dem Thema Blockchain angenommen. Viele Punkte könnte man kommentieren und aufnehmen, besonders da wir bei Vorträgen zur StromDAO damit immer wieder konfrontiert werden. Ein Punkt ist allerdings ein Dauerbrenner:

Wie kann man gerade in der Energiewirtschaft auf eine Technologie setzen, deren Einnahmequelle aus dem Verbrauch von Elektrizität besteht?

Anders ausgedrückt: Die Miner werden benötigt, um Transaktionen in der Blockchain zu bestätigen dafür benötigen sie Strom. Viel Strom…

„Damit die Blockchain funktioniert und sicher ist, benötigt man Miner, die mit massiver Rechenleistung kryptografische Berechnungen durchführen und für die Lösung von Aufgaben Bitcoin erhalten.“

Im Englischen spricht man von „Geld Machen“. Die Frage, die sich viele Akteure der Energiewirtschaft heute stellen, ist wie sie mit der Blockchain eigentlich „Geld Machen“ können. Nicht verdienen, wie es ansonsten in der Mentalität eher vergraben ist, sondern nach dem Gold schürfen, welches diffus irgendwie im Hype vorgespielt wird.  Gold kommt aus Minen – also Miner … tatsächlich machen Miner Geld – Cryptogeld in Form von Ether, Bitcoin oder Waves. Wie auch beim Goldpreis, so ist es auch bei den Krytpo-Währungen abhängig von der Entschädigung, den man den Minern für Ihre Tätigkeit gibt.

Stromkonto in der Blockchain
Stromkonto in der Blockchain

Die Berechnungen, welche durch die Miner durchgeführt werden, ist die Einarbeitung von Transaktionen in die Blockchain. Zum Beispiel, wenn beim Stromkonto nach einer Ablesung der Zähler auf die Idee kommt, dass es Zeit wird, wieder eine Abrechnung durchzuführen. Sobald die Transaktion in die Blockchain geschrieben wurde, werden die Miner diese bestätigen. Wie schnell dies geschieht hängt vor allem davon ab, wie viel der Schreiber der Transaktion dafür bereit ist zu zahlen.  Die Wertschöpfung der Miner besteht somit aus der Dienstleistung eine Anzahl von Bestätigungen in einer Zeiteinheit zu machen.

Für die Bestätigung wird tatsächlich Strom benötigt – wie für jede andere Rechenoperation auch. Aktuell kann man davon ausgehen, dass für die Miner die Entschädigung in einer Höhe von etwa 12 Cent je Kilo-Watt-Stunde liegt. Mining rentiert sich somit erst, wenn der Strompreis unter diesem Wert liegt. Fern ab von privaten Stromtarifen in Deutschland! – Dies erklärt, warum viele Miner aktuell in China sind.

Wo liegt die Alternative?  Bei einem zentralen IT-System gibt es das Verfahren (fast) nicht, um eine Transaktion zu bestätigen. Wird Geld auf ein Bankkonto überwiesen, so wird lediglich von einem Server dieser Vorgang bestätigt. Die Blockchain ist dezentral  – kommt ohne einen zentralen Server aus. Ein IT-System, welches auf die Blockhain Technologie zurückgreift benötigt zur Validierung die Bestätigung. Doch wie viele?

Die meisten Transaktionen werden einige tausend male bestätigt. Dies erfolgt in den ersten Minuten nach Ausbreitung. Würde man die Zahlung an die Miner reduzieren, so kommt man auf weniger Bestätigungen in der gleichen Zeit. Die Gefahr, welche sich damit ergibt, ist eine zentrale Kontrolle über diese (verbleibenden) Miner – und damit die Möglichkeit zur Manipulation.

Ebenfalls bei Energyload gibt es die Überschrift „Trickserei bei der Integrität der Blockchain – The Dao“. Die Lösung (Trickserei) war genau eine solche Manipulation von Minern. Das Ergebnis: Seither existieren zwei verschiedene Ethereum Blockchains.  Ähnliche Prozesse und Entwicklungen gibt es allerdings auch bei anderen Systemen. Wer regelmäßig seinen Kontostand im Online-Banking kontrolliert, der wird auch schon den Hinweis bekommen haben „Leider steht unser System zur Zeit aus technischen Gründen nicht zur Verfügung“. Man kann es nennen wie man es will – aber auf dem Bankserver wird irgend eine Trickserei gemacht, die notwendig und wichtig ist.

Bei der Entwicklung der Prozesse, Smart Contracts, Schnittstellen der StromDAO sind wir auf die bisher vorhandenen Erfahrungen eingegangen. Sobald eine Bestätigung – zum Beispiel die Wertveränderung beim Stromkonto – benötigt gibt, wird die Transaktion in die Blockchain geschrieben. Wird allerdings keine Bestätigung benötigt – wie zum Beispiel bei der Anzeige des momentanen Stromverbrauchs (der in der nächsten Sekunde schon wieder ein anderer ist) – werden keine Transaktionen in die Blockchain geschrieben. Wer Systemlandschaften bei größeren IT-Systemen entworfen hat, der  kennt das Verfahren mehrere Datenbanken in-sync zu halten und dennoch lokale „Arbeitsbereiche“ zu haben.

Nebenbei:  Wer doch in Deutschland einen Miner betreiben kann/will, der sollte sich mal mit dem Beitrag  SolarMiner beschäftigen. Vielleicht eine Idee, die man in das Stromkonto noch einbauen sollte.

Den Beitrag "Die Blockchain hat keinen enormen Energiebedarf offline Lesen:

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