SVEn: Die Fortführung der Bürgerenergiewende kann von Bürgern durchgesetzt werden!

„Das Stromeinspeisungsgesetz und das EEG 2000 waren die Grundlage für ein dynamisches Bürgerengagement, das den Namen Bürgerenergiewende verdiente. Eine bürgerschaftlich-genossenschaftlich vorangetriebene Energiewende wird jetzt – wo sie mit neuen Aufgabenstellungen die Zukunfts-Energiestruktur einläuten könnte – von der Regierung mittels EEG 2014 und EEG 2016(2017) auf das Abstellgleis geschoben“, stellt Dieter Schäfer, Vorstands-Vorsitzender des neugegründeten Förderverein für bürgerschaftliche Selbstversorgung im Energiebereich (SVEn) e.V. fest und fordert die „LokalStrom-Direktlieferung von gemeinschaftlich erzeugtem Strom an die Mitglieder der Betreibergesellschaft zu kostengerechten Marktpreisen“. Diese Verweigerung der Selbstversorgung durch die Regierung ist besonders eklatant, weil durch die dezentrale Struktur der Erzeugung und die jetzt verfügbaren Möglichkeiten eines Energie-Informationsnetzes sowie einer gezielten Abrechnung die Chance besteht, die Energie-Zukunft bürgerschaftlich zu gestalten.

Bis zum 1. August 2014 haben die Bürger noch die Möglichkeit gehabt, mit der dezentralen Erzeugung und Belieferung von Mitbürgern eine lokale/regionale Wertschöpfung zu erarbeiten, die weitergehende Investitionen ermöglicht hätte. Das ist mit dem EEG 2014 und der Streichung des Grünstromprivilegs abgeschafft worden. Die Bundestagsabgeordneten haben über eine Verordnungsermächtigung erreichen wollen, dass durch das Bundeswirtschaftsministerium Ersatz geschaffen wird. Die Umweltverbände und Verbände der Erneuerbaren Energie haben sich gegen diese Entwicklung zur Wehr gesetzt, so z.B. EUROSOLAR (Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V.) mit ihrem EUROSOLAR-Memorandum „Neue Energiemarktordnung statt Strommarktdesign für die Energiewende rückwärts“. Die Regierung hat aber von allem unbeeindruckt das EEG 2016(2017) noch vor der Sommerpause durch den Bundestag gepeitscht. Offenbar hat man das Energiethema aus dem sich abzeichnenden „Vor-Wahlkampf“ fern halten wollen. Die DGS (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.) schreibt in ihrem Rundbrief Anfang September: „Die Träume vom gemeinsamen Ziel Energiewende, wie sie 2011 mit den Beschlüssen der damaligen Bundesregierung aufgekeimt waren, sind zerplatzt. Dem Konsens folgt die Konfronta-
tion.“ Genau jetzt ist der Zeitpunkt, die breit angelegte Kampagnenarbeit für 100% Erneuerbare Energie durch eine in der Fläche sich ausbreitenden Überzeugungsarbeit von unten zu ergänzen und eine weitere Stoßrichtung in die politische Diskussion zu bringen.

Viel zu kurz gedacht wird bei der Frage nach der Zukunfts-Energiestruktur. Der VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik) hat mit seinem zellularen Ansatz und dem dezentralen Austarieren von Angebot und Nachfrage eine Zukunft aufgezeigt, die von Dr.-Ing. Franz Hein, mpc Esslingen, konsequent weitergedacht wird. Der Bürger wird dabei als mündiger Energienutzer eine wichtige Rolle spielen. Die weitgehend dezentral verantworteten Energiezellen der Zukunft werden gekennzeichnet sein von Energiebevorratung und einem Energie-Informationsnetz. Das erforderliche Miteinander und Füreinander kann am besten über dezentrale Energie-Nutzer-Genossenschaften organisiert werden. Diese können sich aus heute schon bestehenden Energiegenossenschaften entwickeln, an denen sich alle Bürger beteiligen können.

Die EU hat den Weltklimavertrag ratifiziert, der damit die Schwellen überschritten hat und in Kraft tritt. Wenn aber Bürger im Sinne einer weltweit geteilten Verantwortung ihren Energiebedarf konsequent aus lokalen/regionalen erneuerbaren Energien beziehen wollen, werden sie von der Politik ausgebremst. Wenn sich Bürger mit und ohne Dächer, Grund und Boden zusammenschließen wollen, um gemeinschaftlich die Windenergie zur Bedarfsdeckung mit elektrischer Energie zu nutzen, geht das nicht, weil eine direkte Stromlieferung zu fairen Bedingungen unterbunden wird. Im ganzen Land sollen über Industrie 4.0, Breitbandverkabelung und Fördermittel Benachteiligungen ländlicher Gebiete geheilt werden und im Energiebereich wird der Bevölkerung die Nutzung der Vorteile im Bereich der erneuerbaren Energien auf rechtlichem Wege vorenthalten. Die ist ein eklatanter Widerspruch – ja sogar ein politischer Skandal.

In dieser Situation will der neugegründete Verein SVEn den Finger in die Wunde legen. Gesucht werden mündige Energie-Bürger, die ihre Bundestagsabgeordneten auf diesen Widerspruch hinweisen, die sich für die Verwirklichung von Subsidiarität im Energiebereich einsetzen und die Forderung nach einer LokalStrom-Direktlieferung vortragen. „Wir geben die Hoffnung nicht auf“, so Ulrich Jochimsen, Stellv. Vorstands-Vorsitzender des SVEn, „und vielleicht gelingt es ja über aufgeschlossene Bundestagsabgeordnete die Voraussetzungen für ein übersichtliches Parlamentsgesetz zu verbessern, um die größte Ungerechtigkeit zu beseitigen und wenigstens den `fordern-
den ́ Bürgern die Möglichkeit zu schaffen, die Klima-Verantwortung, der sie gerecht werden wollen, praktisch umzusetzen.“

Dieter Schäfer
Vorstands-Vorsitzender SVEn

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Ein Gedanke zu “Neuer Verein für Bürger-Energie-Zukunft

  1. Ähnlich gelagert die 600W Bagatellgrenze für steckerfertige MikroPV (VDE-und100% made in Germany) http://www.balkonmodul.de die in CH, Österreich, Niederlande unkompliziert funktionieren. Deutschland wird von einigen Menschen die sich selbst zu wichtig nehmen und meinen für andere sprechen und entscheiden zu müssen volkswirtschaftlich verkompliziert und vergewaltigt. Bald hat die Bevormundung ein Ende. Mit freien Bürgern die teilautarker sind und werden.

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