GrünStromJeton

Strompreis2017 – Grünstiger EEG Strom, der beim Stromkunden ankommt.

„Die Strompreise sinken und sinken – aber nur für Grosskunden.“ schreibt man bei MoneyCab für die Schweiz.

In Deutschland sieht es nicht viel besser aus, auch wenn sich das Preisniveau an der Spotbörse für die Produkte hierzulande in den letzten Monaten eher einem Trend zur Seite folgen. Beim Stromkunden kommen von Bezugspreisen von unter 4 Cent je Kilo-Wattstunde aus der Steckdose ein vergoldetes Produkt zum Preis von meist mehr als 25 Cent. Eine mit großen Tönen angekündigte Reform des Strommarktes im vergangen Jahr zeigt seine Wirkung in immer neuen Ideen, die letztendlich nur den Preis nach oben drücken – nicht aber den Stromkunden erreichen. Am 15. Oktober eröffnet die Verkündung der Umlage des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) für das Jahr 2017 die Saison der Strompreisdiskussion.

Was ist es, was die Schere zwischen Großkundenpreis und privaten Stromkunden so weit auseinander gehen lässt?

Fast ein Drittel des Stroms, den Verbraucher aus dem öffentlichen Stromnetz beziehen kommt ohne klimaschädliche Brennstoffe aus. Diese Ersparnis läuft seit über 10 Jahren direkt in eine Art Kredit, der bei den Kunden aufgenommen wurde, um Eventualitäten mit Hilfe einer überdimensionierten Reservevorhaltung abzudecken. Die vier Buchstaben des Wortes „Wenn“  sind ein 6-Faches im Strompreis wert.

Nachts ist es dunkel

Der Nachteil der Stromerzeugung aus Solarenergie ist, dass diese in der Nacht nicht verfügbar ist. Das als Standardlastprofil in den späten 1990er Jahren entwickelte Verfahren vergisst, dass in der Europäischen Union die Anzahl der konventionellen Glühbirnen deutlich zurück gegangen ist (vergl. Intraday Swap zum Standardlastprofil). Stand-By Geräte verbrauchen ebenfalls  weniger – und so kommt es, dass gerade die Wasserkraftwerke in der Nacht mehr Arbeiten, als die dafür bezahlenden Kunden tatsächlich benötigen. Eine Abweichung von der Norm, über die sich gerade die  Grossverbraucher – welche nicht an die Kette der Standardlastprofile gelegt sind – gerne freuen. Kampf dem Standardlastprofil  forderte blog.stromhaltig im Januar 2015…

Mit dem Open-Source Projekt GrünStromJeton erhalten Stromkunden einen geprüften Nachweis ihres tatsälich bezogenen Strommixes. Im Gegensatz zu Ökomstromtarifen wird dabei die tatsächliche Entnahme aus dem Stromnetz anstelle der Einspeisung betrachtet. Auf Basis der Messwerte des Stromzählers wird der individuelle Verbrauch eines Stromkunden mit der zeitgleich lokal am Ort vorhandenen Erzeugung in Beziehung gesetzt. Die Jetons werden als unwiderruflicher Nachweis in einer öffentlichen Blockchain geführt und gehen in den Besitz des Anwenders über.

GrünStromJetons sind offen für jedermann: Um seinen eigenen individuellen Strommix mit Hilfe von GrünStromJetons zu erfassen, ist lediglich ein Browser und eine Verbindung zum Internet notwendig.

Abseits der Regulierung

Es ist der Regulierung zu verdanken, dass Energieversorger es nicht schaffen den Stromkunden an den Profiten durch die Energiewende teilhaben zu lassen. Die Energiewirtschaft kann als Einheit nur so stark agieren, wie  ihr schwächstes Glied. Im Zweifel reden wir über träge Riesen oder Miniatur-Stadtwerke ohne eigene Infrastruktur.

GrünStromJetons bieten zahlreiche Optionen für den Energiesektor. Nicht nur der direkte Austausch von Energie ist möglich, sondern auch die Messung und Abrechnung von Strom ist denkbar. Mithilfe der Jetons könnte auch die Echtheit von Stromzertifikaten oder der Zustand von Anlagen wie Smart Metern, Netzen oder Erzeugungsanlagen überprüft werden. Alles was mit Vernetzung von dezentralen Erzeugern und Lasten zu tun hat, wird an Bedeutung massiv zunehmen. Mit den GrünStromJetons ist der Stromkunde bereits heute gerüstet, da ein direkter Link zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch hergestellt werden kann. Aktuell fokusiert die Entwicklung auf die sogenannte Big-Data-Analytics, einer Disziplin, die einen tieferen Einblick und Analyse verspricht.

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