Eine Währung ist ein System welches sicherstellt, dass es ein Wert-Subjekt besitzt, welches begrenzt Teilbar, weitergegeben und getauscht werden kann. Es existiert ein Mechanismus, damit das Wert-Subjekt nur einmal ausgegeben werden kann. Der Geldschein, der zwar in eine kleinere Stückelung getauscht wird, dadurch aber im nominalen Wert sich nicht verändert.

Alles sehr praktische Eigenschaften, die man auch für den Stromhandel gut gebrauchen könnte. Anstelle Bitcoin, Euro und Co. einfach Kilo-Watt-Stunden tauschen. Für eine Schweinehälfte gibt es 100 Kilo-Watt-Stunden – so funktioniert eigentlich Handel und die dahinter liegenden Tauschgeschäfte. Da man allerdings die Schweinehälfte nicht unter das Kopfkissen legen kann, verwendet man Währungen als „Zwischenhandel“.

Soweit die Theorie…

Schweinehälfte, Rohöl, Salz, Briefmarken und viele andere Handelswaren haben den großen Vorteil, dass man diese lagern kann. Selbst digitale Güter, wie sie im Internet verbreitet sind, lassen sich im Digital-Universum quasi lagern. Der Bitcoin in einer „Wallet“, der Euro auf einem klassischen Bankkonto und die Schweinehälfte im Kühlhaus.  Strom kann man speichern, aber nicht lagern…

Beim Online-Wirtschaftslexikon findet man das Kapitel über Handel als Mittler zwischen Produzenten und Verbraucher. Handel soll hier zunächst als ein organisiertes Tauschgeschäft verstanden werden. Es existiert natürlich ein Stromhandel und ein Strommarkt, die Funktionen und die Aufgaben unterscheiden sich allerdings grundlegend zu anderen Märkten.

Die räumliche Distribution, die Verteilung vom Produzenten zu den Verbrauchern, erfolgt in Lichtgeschwindigkeit über die Stromnetze. Der Handel darf hier eigentlich keinen Einfluss haben, jedoch findet man am Beispiel der Netzfrequenz, dass auch hier eine Rückkopplung zwischen Handelstätigkeit und physikalischer Verteilung vorhanden ist.

Kilo-Watt-Stunde als Handelsware

Angenommen man könnte Strom handeln, wie man es mit Schweinehälften machen würde, dann würde ein Punkt-zu-Punkt Stromliefervertrag lediglich aus dem Tauch von Kilo-Watt-Stunden bestehen. Die Handelsware selbst könnte dann mit einem Standardtoken (EIP/ERC 20) abgebildet werden. Warum hat dies allerdings noch niemand gemacht?

Die Antwort ist recht einfach, denn der Strommarkt hat auch die Funktion, dass er den Bedarf möglichst genau abbilden soll. Eine Kilo-Watt-Stunde an einem Tag ist eben nicht das gleiche, wie eine Kilo-Watt-Stunde an einem anderen Tag. Die Schweinehälfte, das Rohöl und alle anderen Waren, die gehandelt werden, unterscheiden sich in ihrem „Bedarf“ und „Aufwand“ nicht von einem Tag auf den anderen. Da im Stromnetz allerdings immer eine Balance aus Angebot und Nachfrage bestehen muss, ist der Stromhandel die wohl größte Umsetzung eines „Predictive Markets“  (Deutsch: Prognosemarkt).

Prognosemärkte gibt es natürlich mittlerweile auch auf Basis von Blockchains und Smart-Contracts. Augur und Gnosis  nennen sich die beiden bekanntesten Vertreter, die nach der Theorie arbeiten, dass durch den „Handel“ von Vielen am besten ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage vorhergesagt werden kann.

PowerToken 1.0 zu PowerToken 2.0

Will man den Stromhandel auf Basis von einer Blockchain realisieren, so sollte der Tausch der Ware so leicht sein, wie beim Tausch von Münzen (oder Schweinehälften), dennoch die Funktionen für einen Predictive Market mitbringen.  Der konventionelle Stromhandel macht dies übrigens auch. Man kann nirgends eine Kilo-Watt-Stunde einfach so kaufen. Es wird immer ein Lieferzeitpunkt mit hinzugefügt.

Kann man eine normale Handelsware mit lediglich einem Smart-Conctract abbilden, so bedarf es für den Stromhandel zwei. Einen, der tatsächlich die Kilo-Watt-Stunden zum Tausch bietet; der andere definiert, welche Münzen für welchen Lieferzeitpunkt gültig sind. (vergl. PowerToken und PowerTokenFactory).  In anderen Worten ausgedrückt, gilt für den Lieferzeitpunkt A eine andere Währung, als für den Lieferzeitpunkt B.

Der Ablauf:

  • Durch Aufruf von PowerTokenFactory.getTokens() erhält man eine Liste von Tokens, die zu einem Zeitpunkt gültig sind
  • Anschließend kann das Ergebnis (Contract) wie üblich gehandelt werden.

Mittels einer einfachen UI kann man dies recht einfach selbst probieren. Zunächst fordert man mittels „Create Token“  eine gültige Token Adresse an. Existiert noch keine, so wird der Vertrag (PowerTokenFactory) automatisch einen neuen Vertrag erstellen. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags ist der gültige PowerToken  4ecdf4.

Jeder, der die gleiche PowerTokenFactory verwendet, wird diesen speziellen Vertrag für diesen Lieferzeitpunkt bekommen. Dadurch wird sichergestellt, dass alle das gleiche Produkt handeln.

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