Wechselt man den Stromanbieter, so wird als erstes beim Ausfüllen des Vertrages nach der Postanschrift gefragt. Warum? Für eine Stromlieferung ist diese Information nicht notwendig – bezahlen könnte man auch im Voraus in Bar.

Ein sehr einfaches Beispiel für unnütze Datensammlung bei Privatpersonen, die von Lobbyverbänden als „alternativlos“ auch in eine digitalisierte Energiewende einfließen werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie hat schon längst kapituliert…

Bei den letzten Beiträgen von blog.stromhaltig ging es um eine Technologie, die sich Blockchain nennt, mit der man Stromlieferverträge auch gestalten kann, wenn man gesichert hat, dass die Ablesung der Stromzähler funktioniert. Was etwas verharmlost wurde, ist die Tatsache, dass auch eine Blockchain Kosten mit sich bringt. Im Falle der Ethereum Blockchain, die in den Beispielen verwendet wurde kostet jedes Byte an Daten einen kleinen Betrag. Ein Verstoß gegen das Gebot der Datensparsamkeit wird somit schnell teuer…

Besucht man die Seiten eines der Vergleichsportale für Stromtarife, so wird man zunächst nach der Postleitzahl gefragt. Dies ist wichtig, da mit dieser Information der Verteilnetzbetreiber und die Gemeindegröße bestimmt werden kann, welche für die Nebenkosten wichtig sind. Nach Angabe des Jahresverbrauchs bekommt man eine Vielzahl von Angeboten. Es ist also technisch möglich, dass man ein Angebot machen kann, ohne die Postanschrift des Kunden zu kennen. Als weitere Information wird natürlich noch die Zählernummer benötigt, damit der Stromanbieter weiß, wohin er liefern soll.  Zwischen Kunden und Stromanbieter wird eine Zahlung über ein Treuhänder vereinbart (oder Bar im Voraus bezahlt,oder oder oder …). Zu einem Inkassoproblem kann es somit nicht kommen.

Die gängige Praxis ist, dass Daten an allen Ecken und Enden gesammelt, verteilt und ausgetauscht werden. Angeblich zur Betriebsführung notwendig, ist es eher ein Relikt aus Zeiten vor der Digitalisierung, als nur Papier mit Unterschrift in irgend einer Form als gültig angesehen wurde. Im Hintergrund läuft eine kostspielige Verarbeitungsmaschinerie an, welche keinem der beteiligten Parteien (Stromanbieter, Kunde, Verteilnetzbetreiber) einen Cent mehr Einnahmen liefert.

Es ist ein sehr, sehr einfaches Beispiel, welches in der Stromwirtschaft noch viele Äquivalente kennt. Ein Beispiel, welches aber sehr anschaulich macht, warum sich eine Branche in Strukturen festgefahren hat,  bei denen man nicht vom Nachbarn den Strom kaufen kann und Prosumer ein Schreckgespenst der Geschäftsprozesse ist.

(Beitragsbild: Klausdie @ pixabay)

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