Mediathek Tipp: ARTE - Die große Stromlüge 1

Mediathek Tipp: ARTE – Die große Stromlüge

Die ARTE-Dokumentation Die Große Stromlüge erinnert daran, dass die Energiewende in Europa in ein viel größeres Projekt eingebettet ist, welches vor 20 Jahren begonnen hat. In 80 Minuten wird gezeigt, welche Auswüchse  die Liberalisierung des Strommarktes in den einzelnen Ländern zu Tage gefördert hat. Informativ und ein durchaus kritisch gegen die weit verbreitete Idee, dass man nur liberalisieren und entflächten müsste, damit ein Markt funktioniert. Ausgehend vom Vorbild der Margret Thatcher Erfahrungen wurde die Darseinsvorsorge eines Kontinent, welcher 53% seiner Energie importieren muss, mehr oder minder dem System Marktwirtschaft überlassen.

Wie auch die Idee der Liberalisierung von Staatsaufgaben, so beginnt auch der Film im vereinigten Königreich. Man lernt die existenzielle Fragen „Heizen oder Essen?“ kennen, die sich Menschen in Energiearmut stellen und ein Performance-Indicator mit der netten Bezeichnung „Extra Winter Deaths“.  Teure Energiekosten führen in allen europäischen Ländern dazu, dass Strom und Wärme zu einer Frage der gesellschaftlichen Gerechtigkeit geworden ist. Vielleicht stärker in Ländern wie Bulgarien, bei denen 50% des Durchschnittslohns für das Thema Energie ausgegeben werden muss.

Der Film macht eine Reise durch Europa. Immerath, das Dörfchen im rheinischen Braunkohlerevier,  darf nicht fehlen, wo der Tagebau mit 10 Meter pro Tag Landschaft und Häuser – aber vor allem Heimat zerstört.

Am Beispiel von Spanien wird gezeigt, welche Auswirkungen eine verfehlte Anreizregulierung hat. Es trifft die Kleinanleger, wenn plötzlich ein Gesetz umgekehrt wird. Eine Gefahr, die zumindest theoretisch auch in Deutschland beim EEG lauern könnte. Einer der Väter – HJ Fell, kommt ebenfalls als Stimme vor, neben Prof. Claudia Kemfert.

Zum Ende des Filmes kommt man zur Erkenntnis, dass Nährstoff der Stromlüge künstlich veränderte Machtverhältnisse sind. Mit der Liberalisierung haben die vom Volk gewählten Vertreter die Macht über die Stromwirtschaft an die Mächtigen abgegeben, die von Aktionärsvertretern gewählt wurden.

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