Baut man ein Haus, so erwartet wohl keiner, dass der Bauträger noch irgendwo ein Hintertürchen einbaut und so auch noch in Jahren Zutritt hat. Bei der Automatisierung des Eigenheims muss der Bauherr jedoch genau damit leben, denn in der digitalen Welt hat das „Home“ keinen besondern rechtlichen Schutz. Konkret: Den Bauträger könnte man dafür verklagen, den Software/Hardware-Lieferanten nicht.

Im Rahmen der Beiträge zur SmartenVerunsicherung, stellt blog.stromhaltig im Jahre 2016 einige Best Practices vor, die es Entwicklern ermöglichen sollen, die Schwachstellen zu eliminieren, Verbraucher auf Gefahren hinzuweisen und letztendlich die digitale Energiewende doch noch zum Erfolg zu machen.

September 2015, nach Recherchen von blog.stromhaltig (und einiger anderer Blogs), entscheidet sich das Industrial Control Systems Cyber Emergency Response Team (kurz ICS-CERT) zur Veröffentlichung einer Warnung mit dem Titel:  SMA Solar Technology AG Sunny WebBox Hard-Coded Account Vulnerability.

Das eigentliche Problem war bereits einige Zeit bekannt, jedoch hatte der Hersteller (final?) beschlossen diese Sicherheitslücke nicht zu schließen. In der zugehörigen Diskussion beim PV-Forum finden sich etliche Spekulationen, warum SMA hier nicht mehr tätig werden will. Die Begründung, dass der Hersteller schlicht kein finanzielles Interesse mehr hat, scheint recht einleuchtend, will er doch lieber neue Hardware unter das Volk bringen.

Der Hinweis, dass der Kunde doch ein VPN einsetzen soll, oder den Zugriff mit anderen Mitteln (Firewall/Router) sperren soll zeigt, wie man Interesse an Neukunden hat – jedoch nicht an bestehenden. Das Verhalten des Herstellers passt nicht mit der Lebenswirklichkeit im Eigenheim zusammen, bei der man gerne sehr langfristig plant und nicht jedes Jahr etwas neues Kaufen möchte.

Keine Hintertürchen

Im Falle von SMA wurde die Firmware des Datenloggers „Webbox“ mit einem vordefinierten Passwort ausgeliefert. Wer Zugriff auf die Webbox bekommt, kann sich mit diesem Passwort ohne Probleme anmelden. Die bedauerlichen Einzelfälle von Kunden, die den Hinweis von SMA zum besseren Schutz via Firewall/VPN nicht in die Tat umgesetzt haben, kann man gerne bei Shodan.io mit Zahlen unterlegen: 3.800 Webboxen sind allein in Deutschland im Netz…

Das eigentlich kritische an diesen Hintertürchen ist, dass viele Geräte, die sich in der Wildbahn der SmartHomes vorhanden sind keine geeigneten Protokolle (Logfiles) besitzen, damit der Kunde einen (ungewünschten) Zugriff erkennen kann.

Wie bei jeder Softwareentwicklung kann man auch beim SmartHome sehr viele Fehler machen. Aus Respekt am besonderen Schutz des Heimes sollten Hersteller darauf verzichten Hintertürchen einzubauen. Wartungszugänge oder Standardpasswörter sind auf jeden Fall tabu!

Tür zu!

 

 

 

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Ein Gedanke zu “Best Practice – SmartHome – Keine Hintertürchen

  1. Willkommen im Cyberspace, hir ist das erste Gebot: Mit den Dummen kann man es machen.
    Das zweite Gebot: Dummen bleibt dumm, sie bekommen es gar nicht mit, was man mit ihnen macht.
    Das dritte Gebot: Wenn sie doch eimal von einem Cleveren darauf hingewiesen werden, wie dumm sie sind, dann gillt immer noch das erste Gebot, nur eben mit einem neuen, nachfolge Produkt.
    Viertes Gebot: Mit einem Nachfolgeprodukt muss man mit den Dummen auf neuen Ebenen machen, was man will.

    Schaut Euch Windows 10 an, schaut Euch die Geschichte von Windows an und lernt daraus, dass es geht und dass es das Erfolgsrezept schlechthin zu sein scheint. Google, Facebook, Appke und wen auch immer ihr nehmt, sie kopieren das Erfolgskonzept.

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