Das letzte Jahr brachte bei blog.stromhaltig besonders das Thema Strommarkt und Braunkohlevertrstromung zum Vorschein. Am Ende des Jahres kam dann die Serie Smarte Verunsicherung, welche etwas Hintergründe zur Sicherheit hinter den Smart-Homes und den Smart-Grids bringen sollte.

Was erwartet uns im Jahre 2016? Welche Richtung nimmt die Stromwende in Deutschland?

„Netzbetreiber kassieren oft überhöhte Entgelte“  lautet der Titel des Beitrages bei WISO am 11.01.2016. Für das Stromnetz müssen die Bürger immer tiefer in die Tasche greifen. Ein Grund dürfte der Fokus auf die Erzeugung von Strom in den letzten 10 Jahren sein. Die Kosten der Stromlogistik unterliegen zwar der ständigen Aufsicht der Bundesnetzagentur, jedoch ist Energiewende ein Thema, welches politisch am Ausbau der Erneuerbaren festgemacht wird. Das Smart-Grid als notwendiges Übel, welches es uns erlauben soll, intelligenter das Stromnetz zu betreiben – kosten darf es eigentlich nichts.  Im November 2015 wurde an dieser Stelle berichtet, dass die Kosten für Systemdienstleistungen auf Rekordtief sind, dass sind die Kosten der Netzbetreiber. Die einstigen „4 Großen“ haben auf der Seite der Erzeugung eine Erosion hinter sich, die nun mit aller Kraft aus den Netzen überkompensiert werden muss. Der Pressesprecher der Bundesnetzagentur gegenüber WISO:

 „Es gibt einen allgemeinen Verdacht, dass Erlösobergrenzen überhöht sein können.“

Der Handel mit elektrischer Energie am Strommarkt 1.0, 2.0 oder 3.0 wird von den Kosten der Stromerzeugung getrieben. Er fördert jedoch, dass die Kosten des Transportes und Verteilung für die Stromkunden stetig ansteigen. Im Rahmen des Hybridstrommarktes kam daher die klare Forderung, dass die Abrechnung dieses Kostenblocks mehr an die Verursacher ausgerichtet werden muss (vergl. Kosten der Stromlogistik).  Gerade die Kleinverbraucher (Privat Haushalte, Kleinunternehmen) haben in den vergangenen Jahren einen steigenden Betrag für Umspannung und Netzausbau ausgegeben, obwohl sie von <1% (2000) auf >30% (2015) den Strom aus unmittelbarer Nachbarschaft beziehen.  Mit den Stichworten Luxusproblem – Fusion der Übertragungsnetzbetreiber wurden bereits erste Ansätze vorgestellt, wie Betriebskosten nachhaltig gesenkt werden können.

Eine Optimierung der Rechtslage zum Unwohle des Kunden hat sich beim Netzbetrieb breit gemacht:

„Wir haben Ihr Anliegen geprüft, müssen Ihnen jedoch mitteilen, dass bei der XYZ GmbH kein Prozess der Zählerstandsgangmessung implementiert ist. Eine genauer Prozessbeschreibung mit Rechten und Pflichten der beteiligten Marktpartner liegt nicht vor. Es ist unter anderem unklar, ob die Netznutzung nach SLP-, RLM- oder anderen Preisen berechnet werden muss.Aktuell ist das Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende in der Konsultation. Hier ist ebenfalls die Rede von  Zählerstandsgangmessung. Vermutlich kann nach Inkrafttreten von diesem und Anpassungen an der GPKE/GeliGas sowie der MaBiS eine Umsetzung in frühestens 1 – 2 Jahren erfolgen.“

Es ist die EDV, die IT, die Prozesse in den Computern der Netzbetreiber, welche heute noch in der Steinzeit leben. Im Zuge der sogenannten Digitalisierung der Energiewende gibt es viele Baustellen, die aber zunächst den Ist-Stand berücksichtigen müssen. Fakt ist leider, dass die Daten über das Stromnetz in Deutschland unzureichend, fehlerbehaftet und veraltet sind. Soll die Digitalisierung der Stromwende funktionieren, so muss deutlich smarter werden, was bislang over-engineered dem Kunden untergeschoben wurde. Das Bilanzkreismanagement im Internet der Dinge braucht neue Ansätze, wie sie zum Beispiel mit dem Clearing bei Punkt-zu-Punkt Stromlieferungen vorgestellt wurden.

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