Der Stromhandel könnte so schön sein, gäbe es nicht die Netze, über die verkaufte Strommengen auch  transportiert werden müssen. Kann die durch den Handel geplante Lieferung von Erzeugung zum Verbraucher nicht durch die Netze abgebildet werden, so müssen die Übertragungsnetzbetreiber einen sogenannten Redispatch (=Umverteilung) durchführen. Im Jahre 2015 wurden 1208 GWh Strom vorbei an Markt, Angebot und Nachfrage neu verteilt. Alle Einwohner von Hannover hätten damit versorgt werden können. Dieser Spaß ist nicht günstig, im Mittel kostete der Markteingriff mehr als das Doppelte vom Börsenpreis und wird hauptsächlich durch die Vollzahler-Stromkunden getragen. Auch 2015  ist der Hauptkostentreiber die Stromerzeugung der ostdeutschen Braunkohlekraftwerke, jedoch entsteht an der Ostseeküste bei Rostock gerade ein neuer „Hotspot“, welcher auf das Konto der Offshore-Stromerzeugung geht. Die Verursacher bei Braunkohle und Offshore Wind können sich dem Zuspruch des Wirtschaftsministeriums sicher sein.

Redispatch Hotspots 2015
Redispatch Hotspots 2015

Der Handel von Strom an den Börsen kann man sich wie eine Auktion bei Ebay vorstellen, bei der man ein Produkt (zum Beispiel LCD Fernseher zum Schnäppchenpreis) anbietet, dann aber wegen fehlender Straßenverbindung nicht an den Kunden liefern muss. Der Netzbetreiber ist dabei die Autobahnpolizei, die feststellt, wenn zu viele LCD-Fernseher gleichzeitig transportiert werden müssen. Der Verkäufer wird dann angewiesen weniger LCD Fernsehr zu verschicken, stattdessen liefert ein anderer Händler, der näher am Kunde ist. Ursprünglicher Verkäufer und Käufer werden natürlich entschädigt, was letztendlich der Kunde irgendwie zahlen muss. Stromkunden in Deutschland zahlen für Redispatches mit ihren Netzentgelten.

Im Jahre 2015 war auch das Thema Netzentwicklungsplan auf der Tagesordnung. Wir erinnern uns an die Bayrische Blockadehaltung, wenn es darum geht neue Trassen in den Freistaat zu ziehen. Schaut man auf die Redispatch Karte für Deutschland, so stellt man fest, dass man in Bayern sehr gut beraten ist, wenn man sich am besten fern hält. Zumindest die Stromkunden sind dankbar, denn sie zahlen deutlich geringere Netzentgelte wie die Stromkunden in anderen Bundesländern.

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