Hausfriedensbruch ist ein recht schwerer Tatbestand. Ging es in den letzten Beiträgen zur smarten Verunsicherung vor allem um „fremde Mächte“, die unerkannt von Bewohner und Hardwarelieferant die Kontrolle übernehmen, geht es diesmal um das Zusammenspiel zwischen Kunden und Hersteller.

Mit jedem neuen Gerät im SmartHome geben Kunden dem Hersteller einen Vertrauensvorsprung. Sie wollen ein gewissen Niveau an Datenschutz, freundliche Benutzung und Integration in die bestehende Systemlandschaft. Aus aktuellem Anlass soll ein Eingriff in die Rechte des Kunden bei einem Unternehmen mit eigentlich sehr guter Reputation betrachtet werden. Philips hat mit einem Firmwareupdate die Zusammenarbeit mit Geräten anderer Hersteller beendet. Kunden, die auf den eigentlich offenen Standard ZigBee gesetzt haben, schauen nun in die Röhre.

Ein Tweet und das Vertrauen wackelt:

Kurze Zeit nach dem Tweet bereitet TechDirt die ganze Nachricht auf. Kunden, die von Philips das intelligente Beleuchtungssystem mit den Geräten anderer Hersteller kombiniert hatten, können diese Interoperabilität nun nicht mehr nutzen.

While the Philips Hue system is based on open technologies we are not able to ensure all products from other brands are tested and fully interoperable with all of our software updates. For guaranteed compatibility you need to use Philips Hue or certified Friends of Hue products.

Bei TechDirt wertet man diese Aussage als den Schrei nach mehr Dollar. Tatsächlich ist es ein sehr anschauliches Beispiel, wie Investitionen in Technik für ein SmartHome deutlich mehr ist als nur eine einfache Hardware. Der Kunde entscheidet sich für ein Produkt, wenn es in die „gefühlte“ Wirklichkeit seiner Bedürfnisse passt. Ob ein Hersteller dabei auf ZigBee oder Speedwire setzt dürfte die Kunden kaum interessieren. Funktioniert die Technik einmal, dann erwartet man keine Veränderung, wenn man nicht selbst diese Veränderung wünscht. Die Aktualisierung einer Firmware, mit der eine Funktion weggenommen wird, spricht nicht für einen respektvollen Umgang mit den Kunden.

Philips und seine Produktsparte „Hue“ sind nicht allein im Bereich der Änderungen von Funktionalitäten per Firmware, auch andere Hersteller ziehen Funktionen zurück, die in einschlägigen Internetforen per Up-Engineering Verbreitung gefunden haben. Kaum ein ein Anbieter tritt dabei in den Dialog mit den Anwendern, sondern sieht die Software und Hardware als Teil seines geistigen Eigentums.

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