Etwa 17% der Stromerzeugung aus Steinkohle stehen  im Deutschen Stromnetz aktuell ungeplant nicht zur Verfügung. Einer dieser Ausfälle sind die beiden Blöcke RDK7 (150MW) und RDK8 (842MW) in Karlsruhe, die am Nachmittag/Abend des letzten Dienstags durch den Betreiber gemeldet wurden. Es handelt sich um einen Totalausfall, welcher bis zum Mittwoch (RDK8) und Sonntag (RDK7) andauern wird. Bei einer solch langen Dauer ist auch davon auszugehen, dass beim Wiederanfahren ein Kaltstart durchgeführt werden wird mit entsprechenden Anfahrtsrampen.    Nach Angaben der EnBW sind ein paar ausgefallene Speisewasserpumpen für die Einspeiseunterbrechung verantwortlich.

Der am vergangenen Freitag in den Abendstunden durchgeführte Redispatch 14581, welcher eine zusätzliche Wirkleistung von 160MW über 45 Minuten benötigte, wurde höchstwahrscheinlich durch  den noch in Betrieb befindlichen GuD-Block4 geleistet. Ansonsten kann man feststellen, dass vor allem das Heiz- und Reservekraftwerk in Heilbronn zur Zeit der Karlsruher Nichtverfügbarkeit per Redispatch zur Einspeisung herangezogen wird.

Gerade der neue Block RDK8 hat eine strategische Bedeutung für den Stromtransport entlang der rheinischen Nord/Süd Achse zwischen Mannheim und Basel. Ehemals wurde die auftretende Blindleistung bei langen Überlandstrecken durch das Kernkraftwerk Philippsburg kompensiert. Mit dem Atomausstieg übernehmen Kohlekraftwerke dieses wichtige Element der Betriebssicherheit des Stromnetzes.

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2 Gedanken zu “Rhein-Dampfkraftwerk Karlsruhe vorübergehend nicht verfügbar

  1. RDK8 hatte – so wie viele andere KKWs entlang des Rheins – im November an die transparency gemeldet dass es Nachschubprobleme bei der Steinkohle gibt.
    Auch das Gaskraftwerk fuer den Bahnbetrieb(60Hertz) wurde seltsamerweise davon betroffen.

    Insgesamt waren 8 oder 9 Bloecke lt. transparency vom Niedrigwasser betroffen.
    EoN meldete Anfang der Woche dass auf Grund der Niederschlaege die Kohleknappheit fuer 3 Bloecke nicht mehr bestehe.

    Was mir auffiel war 1 Reservekraftwerksblock der sich auf Grund von Brennstoffnachschub (lt. Meldung an transparency) in Schwierigkeiten befand.
    Wofuer werden diese Reserven eigentlich gebraucht und bezahlt wenn sie im Ernstfall (Rekordniedrigwassermeldung im Sommer 2015 am Rhein fuer 134 Tage) nicht mal Brennstoff haben u.U. auch kein Kuehlwasser?

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