Mit strahlendem Selbstverständnis meint die Kanzlerin zum Biblis-Gate:

„Da kann gar nicht der Bund den Hut aufhaben nach der Rechtslage.“

Spricht die CDU/CSU mit einer Stimme, dann dürfen die Verstimmungen einzelner durch die Steuerzahler bezahlt werden. Eine Politik, die uns zugut von Gabriels Klimareserven „Braunkohle Hartz IV“ bekannt ist, wo man zumindest einen Kampf Regierung gegen Wirtschaft ausmachen kann, lässt sich auch innerhalb einer Partei sehr schön vorspielen. Egal wer/wo/wie einen Fehler gemacht hat, der Bürger darf dafür zahlen, ohne dass die tatsächlichen Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Wie im Kindergarten kommentiert man bei der ARD, wobei die Kinder in der Krabbelgruppe CDU sind und die Eltern die Bürger, die dafür haften.

Was in den letzten Tagen auf die Bürger in Deutschland von Seiten der Energiepolitik zukam, ist gelinde gesagt ein PR-Desaster der aktuellen Bundesregierung, welches nur dank Flüchtlinge und UFOs  wenig reflektiert bleibt. Im Zentrum der Profiteure die RWE – Verlierer immer der Bürger. Selbst der Versuch einer Rechtfertigung wird dem Stimmvieh verweigert: Wahlen sind schließlich erst 2017.

Wenn Energie-Werbung ehrlich wäre:

Kohleabgabe veRWEigern

Ökonomischen IrRWEgen folgen

Werbung mit Lobbismus veRWEchseln.

(Quelle: Heute-show.de)

Die Absurdität der Kraftwerksauswahl in der Klimareserve hatte blog.stromhaltig bereits genannt. Gut, die 1,6 Milliarden dürfen wir für nichts und wieder nichts zahlen, aber so ist es eben mit Reparationszahlungen wenn man als Verlierer aus einem Krieg geht. Spätestens mit dem VW-Skandal ist klar, der Krieg ist verloren:

„Wir stecken im ökologischen Machbarkeitswahn“, sagt ein hohes Mitglied der CDU-Fraktion, das mit solchen Einschätzungen im Moment lieber nicht mit Namen genannt werden will. So werde propagiert, man könne eines Tages ohne Kohlendioxidemissionen auskommen. Diese „Dummheit“ zwinge die Wirtschaft zu lügen. „Wenn wir so weitermachen, werden wir erleben, wie deutsche Autos vom Markt verschwinden.“ (Quelle: Handelsblatt)

Mit dem Biblis-Gate gehen die Reperationszahlungen allerdings einen Schritt vom Wirtschaftministeriums-Gezanke weiter. Hessen CDU gegen Bundes CDU, so könnte man den Streit beschreiben, der sich hinter der Forderung nach Schadensersatz der RWE in Höhe von 235 Millionen Euro verbirgt. Wer den Roman „Der Zirkel der Macht“ von Barry Eisler gelesen hat, der erinnert sich, erst eine kleine Zahl kommunizieren – dann die volle Wahrheit nachlegen. 882 Millionen ist laut Süddeutsche Zeitung  die Gesamtbilanz, wenn man auch E.ON und EnBW mitrechnet.

Richtig töfte ist der Beitrag der Heute-Show vom 06.11.2015,  darin erhalten auch die Zahle der Woche (5:04):

44 Milliarden EURO Dividende (ab 2000) bei RWE und EON

Sollten wir Bürger wirklich grenzdebil sein, wie uns die Kohlelobby gerne glauben lässt,  dann ist doch spätestens jetzt der Zeitpunkt, wo man ein paar Millionen in eine Aufklärungskampagne stecken könnte, um und abzuholen? Ach neh, lieber dumm weiter zahlen…

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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