Der Ausbau der Erneuerbaren Energie sorgt für eine deutlichen Stabilisierung des Stromnetzes in Deutschland. Durchaus positive Effekte der Einspeisung von Strom aus Windkraft und Solarenergie sowie dem Rückgang der fossilen Stromerzeugung sind im Monitoringbericht der Bundesnetzagentur 2015 und im Pendant des Wirtschaftsministerium erkennbar. Die konsequente Weiterentwicklung der Systemintegration dezentraler Stromerzeugung in das Stromnetz lässt sich besonders mit Rekordtiefs der drei wichtigen Kenngrößen ablesen: Kosten für Systemdienstleistungen der Netzbetreiber, Versorgungsunterbrechungen, abgerufene Regelenergie.

Kennzahlen

Indikator Aktueller Wert Bisheriges Minimum (Jahr)
Unterbrechungen Mittelspannung (Minuten) 10,09 12,00 (2009)
Unterbrechungen Niederspannung (Minuten) 2,19 2,47 (2013)
Kosten Systemdienstleistungen (Mio. Euro) 1.027 1.042 (2012)
Eingesetzt Regelleistung SRL/MRL (MWh) 76 86 (Q1 2014)

Versorgungsunterbrechung

Mit dem sogenannten SAIDI-Wert werden die Unterbrechungen der Stromversorgungen für die einzelnen Spannungswerte angegeben. Die von der Bundesnetzagentur im September veröffentlichten Zahlen gehen zurück bis in das Jahr 2006. Für den privaten Stromkunden ist dabei lediglich die Angabe der Unterbrechungen in der Mittelspannung von Bedeutung. Vor 9 Jahren hatten die Stromkunden im Durchschnitt pro Jahr 2,86 Minuten keine Elektrizität. Nach einem leichten Rückgang stieg der Wert im Jahre 2010 auf 2,8 Minuten an, zeigt danach aber einen konstanten Trend nach unten.

Kosten für Systemdienstleistungen

Eine der wichtigsten Aufgaben der Netzbetreiber ist die Sicherstellung sogenannter Systemdienstleistungen (Redispatch, Countertrading, Blindleistung, Einspeisemanagement, Verlustenergie und Regelenergie). Hierbei handelt es sich um einzelne Märkte, die durch Verordnungen und Gesetzesänderungen sehr unterschiedliche Entwicklungen in den vergangenen Jahren genommen haben.

Systemdienstleistungen des Stromnetzes - Kostenentwicklung
Systemdienstleistungen des Stromnetzes – Kostenentwicklung

Auffallend ist der Rückgang für die Sekundärregelenergie, welche von speziellen Kraftwerken bereitgestellt wird um die Netzfrequenz gezielt anzuheben oder abzusenken, nachdem die Primärregelenergie diese gestützt hat. Notwendig ist die Regelleistung, um kurzfristige Schwankungen des Verbrauchs oder der Erzeugung auszugleichen.

Eingesetzte Regelleistung

Traditionell war die Regelleistung zum Ausgleich von Schwankungen der größte Kostenblock bei den Systemdienstleistungen. Der Grund für den Rückgang der Kosten ist aus den Zahlen der Abrufmengen erkennbar.

Eingesetzte Regelleistung - Quelle BNetzA
Eingesetzte Regelleistung – Quelle BNetzA

Ein geringerer Abruf von Regelleistung deutet darauf hin, dass die Bilanztreue der Bilanzkreisverantwortlichen am Strommarkt sich verbessert hat. Bilanzkreisverantwortliche müssen für ihren Zuständigkeitsbereich immer soviel Strom einkaufen/verkaufen, wie benötigt wird. Dies gelingt nur, wenn qualitativ hochwertige Prognosen erstellt werden können. Weichen zu viele Bilanzkreise von ihren am Markt gekauften/verkauften Strommengen ab, so führt dies zu einer Veränderung der Netzfrequenz, welche durch die Regelleistung stabilisiert werden muss (vergl. Statistische Bestandsaufnahme der Sekundärregelenergie).

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5 Gedanken zu “Monitoring 2015: Immer weniger Regelleistung notwendig – Kosten für Systemdienstleistungen auf Rekordtief

  1. Hallo Herr Zoerner,

    von der in 2014 erfreulichen, wenn auch geringen Kostenersparnis von 15 Mio. € bei der Regeldienstleistung wird der Verbraucher in 2015 nichts haben, da die exorbitante Kostenerhöhung von > 500 Mio. € für den Redispatch der EE diese Ersparnis um das zig- fache übersteigt. Die unvermeidliche EE-Kostenlawine schreitet unaufhaltsam weiter voran.

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  2. @Robel:

    Was soll uns Deine Milchmädchenrechnung eigentlich sagen?

    Ich habe da auch eine für Dich:
    2018 läuft die Steinkohlenförderung in Deutschland aus, damit wird *jährlich* über 1 Mrd. € im Staatshaushalt eingespart, wenn der Kohlepfennig endlich weg ist. Diese Einsparung reicht aus, um die Kosten aller Systemdienstleistungen im Stromnetz zu kompensieren.

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  3. Merkwuerdige Heizkostenkalkulation, Industrie arbeitet auf permanent negative Strompreise hin:

    Die Firma Dimplex bereitet sich auf „Strom billiger als alles andere“ vor, Stromheizungen sollen trotz Netzkosten billiger fuer den Konsumenten werden als Gas oder ST or Holz etc…

    http://www.greentechmedia.com/articles/read/could-domestic-water-heaters-be-europes-cheapest-storage-option?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed%3A+GreentechMedia+%28Greentech+Media%29

    Folgt man dem Dimplexkonzept muesste bei den immer anfallenden Netzkosten und Abgaben und MwSt usw. der Strompreis waehrend der Heizsaison permanent bei rund minus € 20.-/MWh and der EEX gehandelt werden.

    Naeher erlaeutert bei Craig Morris („comments by heinbloed“ 21.1.2015):

    http://www.renewablesinternational.net/index.cfm?cid=537&documents.id=92522&ARTICLES.COMMENTS.ACTION=doComment#comment

    Vielleicht investigiert mal jemand bei Dimplex?
    Dimplex ist eng verbunden mit EdF, die franz. Atomaufsicht welche fuer die Baugenehmigung von Flamanville zustaendig ist hat gerade ihre Befuerchtung in Bezug auf die Strompreise ausgedrueckt: die Sicherheit der Atomanlagen kann bei den Strompreisen nicht mehr gewaehrt werden.

    http://www.reuters.com/article/edf-france-nuclear-idUSL8N1541PE

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