Helau!

Am 11.11. beginnt die närrische Zeit, der Sonnenflüsterer geht lieber auf den Narrengipfel statt auf den Energiegipfel und auch im fernen Berlin kommt es zur Büdden’red der Wilden Hilde. Der Titel heute:Klimaschutz braucht klare Finanzierungszusagen„, klingt erst einmal wie ein weiterer Bettelaufruf des Zwergenverbandes BDEW, kann aber zynischer kaum sein. Frau Müller bekommt damit bereits zum Beginn der 5. Jahreszeit den Orden des Güldenen Energieblitzes verliehen.

Leider dachte zumindest ich beim ersten Lesen der Überschrift, es geht um Deutschland. Das als Klimareserve titulierte Hartz IV für Kraftwerke  (eine Wortschöpfung  die stark an das „Ministry of Love“ in 1984 erinnert) wird zum Glück im Beitrag des BDEW nicht kommentiert.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (kurz BDEW) ist ein Zwergenverband, welcher nicht einmal 1% der Unternehmen vertritt, die in Deutschland Strom erzeugen. Selbst wenn man die Wasserwirtschaft dazu zählt, kommt der Verband nur auf sehr geringe Reichweite, was die Mitgliederanzahl angeht. Dennoch spricht man gerne für die gesamte Branche, als ob es niemanden anderen gebe. Die bereits genannte Klimareserve würde zwar federführend von einigen namhaften Mitgliedern  vom Kostenfaktor zur Gelddruckmaschine umfunktioniert, jedoch auch dank der Intervention des BDEW.

Jetzt springt man hinsichtlich der Sorge für das weltweite Klima auf den Hype der Klimakonferenz in Paris auf. Nicht für Deutschland, sondern die gesamte Welt sollt gerettet werden.

„Die Haltung der EU-Finanzminister ist aus unserer Sicht unverständlich. Ohne finanzielle Hilfen wird es gerade für Entwicklungs- und Schwellenländer schwierig, eigene Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Klimaschutz kann jedoch nur global funktionieren. Die Europäische Union sollte auch mit Blick auf den Klimagipfel in Paris mit gutem Beispiel vorangehen und verbindliche Zusagen zur Finanzierung des Klimafonds machen, der bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern angehoben werden soll….“

Ja schön…. aber, die sogenannten Erneuerbaren boomen zur Zeit in Entwicklungs- und Schwellenländer, denn dort hat man einen kausalen Zusammenhang verstanden: Sonne und Wind schicken keine Rechnung. In den Fachmedien wird gerne über Projekte berichtet, bei denen irgendwo im Nirgendwo ein Ort jetzt dank Solarzellen für einige Stunden Strom am Tag hat. Inselnetze den Strom für ein Handynetz sorgen und und und…

Das hat alles recht wenig mit dem Klima zu tun. Die verlässliche Finanzierung schon. Im Gegensatz zur verkorksten Infrastruktur in Deutschland, wird in vielen Entwicklungsländern eine Infrastruktur auf der Wiese neu geplant. Man muss wenig auf Befindlichkeiten bestehender Großunternehmen achten, als dies in Deutschland der Fall ist. Moderatoren, wie den BDEW, gibt es in Schwellenländer nur wenige.

Was es allerdings durchaus gibt ist der Homo Oeconomicus, der in seinem Habitat wirtschaftlich denkend ist. Laufende Kosten sind ein NoGo, besonders wenn diese mit irgend einer harten Währung bezahlt werden müssen. Fossile Brennstoffe sind extrem teuer, wenn man diese auf dem Weltmarkt einkaufen will. Schnell wird ein Kohlekraftwerk oder eine Gasturbine morgen abgeschaltet, weil man lieber etwas Geld für Soja oder Reis ausgibt. Energieversorgung aus fossilen Kraftwerken ist desto instabiler, desto geringer das Einkommen pro Kopf ist. Wo allerdings keine fossilen Brennstoffe verwendet werden müssen, da gibt es auch keine Treibhausgasemissionen.

„Die Energie- und Wasserwirtschaft hat sich frühzeitig zu ihrer Verantwortung bei der wirksamen Reduzierung von Treibhausgasemissionen bekannt. Wir halten weiter an unserem bereits im Jahr 2009 mit der europäischen Energiewirtschaft beschlossenen Ziel fest, bis zum Jahr 2050 eine CO2-neutrale Energieversorgung in Europa zu gewährleisten, und damit nachhaltigen Klimaschutz und eine sichere und bezahlbare Energieversorgung in Einklang zu bringen.“

Bis dahin zeigen uns die Entwicklungs- und Schwellenländer, wie man zumindest die Stromversorgung kurzfristig dekarbonisiert.

Den Beitrag "Die närrische Zeit hat begonnen - BDEW als Klimaretter offline Lesen:
Veröffentlicht unter Lobby.

Ein Gedanke zu “Die närrische Zeit hat begonnen – BDEW als Klimaretter

  1. Die Bitch lebt wohl in einer anderen Welt, ihrer eigenen kleinen, die es nur in ihrem kranken Hirn gibt.

    „frühzeitig in 2009“, sozusagen noch vor dem EEG aus dem Jahr 2002 oder dem Kyotoprotokoll von 1997 oder gar dem Vorlaufer des EEG, dem Stromeinspeisegesetz, von 1990, das sich witzigerweise ein bayerischer CSUler von einem Grünen schreiben liess, weil es in ankotze, dass die großen Stromkonzernen gegen kleine Wasserkraftwerke mauerten und deren Zugang zum Netz blockierten.

    Also satte 27 Jahre später schliessen sich einige Lobbyverbände eben dieser Blockade-Konzerne (namentlich BGW, VDEW, VDN und VRE) zusammen und macht alleine mit der Namensgebung für den neuen Verband dem „Ministry of Love“ alle Ehre. Denn bei Wasserwirtschaft, die der über den BGW in den Verband einzug gehalten hat, handelt es sich in den allermeisten Fällen um Wasser Ver- und Entsorgungsunternehmen und nicht wie die Nähe zur Energie im neuen Verbandsnamen nahelegen würde um Wasserkraft, schon gar nicht kleine Wasserkraft, den die ist nach wie vor mit allen anderen Erneuerbaren eigentlich „der Feind“. Fast so, als wäre es das Ziel, den Anschein zu geben, dass ab Gründung des BDEW in 2007 dieser Verband auch für die vielen kleinen Wasserkraftwerker spricht.

    Die Tatsache, dass dieser Verband ab 2009 sich so sehr für eine CO2 Minderung ausspricht, hast mehr mit der Bundestagswahl, der FDP und einer Wunschregierung aus Christen und Liberalen zu tun, die den rot-grünen Atomaustieg kippen sollte, da kam das CO2 gerade recht als Argumentationshilfe, um den Leukämiekindern die Segnungen der Kernspaltung näherzubringen… die Tatsache, dass dieser Verband sich um den Platz 1 der CO2-Vertretung mit dem ADAC streitet, erwähnte man lieber nicht so laut.

    Nundenn, die Lobbyhure verspricht CO2-Freie Energie bis 2050 und das geht ganz einfach mit 100 Mrd. im Klimafond. Was sie wieder nicht schreiben, es soll sich wohl um bilanzielle CO2 Freiheit handeln und der Klimafonds soll tolle CDS-Projekte finanzieren, deren fiktive CO2-Ersparnis (gegenüber billigst Kohle- oder Öl-Technologie) sich dann die Verbandsmitglieder hierzulande als Einsparung anrechnen lassen können.

    Ja klar zeigen Dir die Entwicklungsländer carbonarme Energiesysteme und beim bdew weiß man das nur zu gut. Aber was wir nicht sehen sollten, ist wie in dem komplexen Vertagsgeflecht rund um die Klimakonventionen solche Lobbyhuren wie der BDEW die Hintertürchen dafür offen halten, dass in den Verursacherländer, den Industrienationen die for den größten Teil der Emissionen stehen, sich nichts ändert.

    Das ist alles andere als närrisch, dass ist komplett irre und sie halten dabei Dich und uns alle anderen zu Narren. Das verdient kein Helau und kein Lachen mehr, dass verdient eigentlich nur six good argues from Smith & Wesson.

    Antworten

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt