Ab dem Jahre 2022 ist nicht nur das letzte Atomkraftwerk vom Netz, sondern auch die ersten Photovoltaik und Windkraftanlagen rutschen aus der 20-Jährigen garantierten Einspeisevergütung. Für die Betreiber bedeutet dies, dass von den Anlagen erzeugte Strommengen in irgend einer Form verkauft werden müssen. Die Direktvermarktung ist eine Option, welche bei neueren Projekten zum Einsatz kommt – andere Optionen sind neue Unternehmensformen, die auf die Vermarktung von Kleinanlagen spezialisiert sind. Fakt ist allerdings, dass es eine große Unsicherheit, wie viele Anlagen überhaupt am Netz bleiben, oder wegen auslaufender Pachtverträge abgebaut werden müssen. Am Ende der Produktlebzeit entsteht ein großes Fragezeichen bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren, welches besser heute als morgen einer Antwort bedarf, wenn die Versorgungssicherheit langfristig garantiert werden soll.

Vom  Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) wollte blog.stromhaltig daher wissen:

In den Jahren nach 2021 werden immer mehr EE-Anlagen aus der Einspeisevergütung rutschen.

  • Gerne möchte ich von Ihnen wissen, welchen Strommarkt der BDEW dann sieht?
  • Wie schaut die Vertragsgestaltung mit den Anlagenbetreibern aus? Welchen Kurs verfolgt der BDEW zur Vorbereitung dieses Zeitpunktes?

Antwort des BDEW

Da der Markt derzeit stark in Bewegung ist, lassen sich zum aktuellen Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen über die Ausgestaltung des Strommarktes nach 2021 treffen. Der BDEW geht derzeit jedoch davon aus, dass das System der gleitenden Marktprämie und der Direktvermarktung in weiterentwickelter Form nach wie vor Bestand haben wird. 

 

Aus Sicht des BDEW ist die ab 2017 wirksame wettbewerbliche Ermittlung der Erneuerbaren-Förderung ein sehr gutes Instrument zur weiteren Marktintegration der Erneuerbaren Energien. Bei richtiger Ausgestaltung lässt sich mit Auktionsverfahren eine hohe Kosteneffizienz und Planbarkeit des Erneuerbare-Energien-Zubaus erreichen. Um den Prozess zu begleiten hat der BDEW daher Handlungsempfehlungen zu EEG-Auktionen erarbeitet. Darin geht es unter anderem um den geeigneten Zeitpunkt für Auktionen, um Realisierungsfristen und die Höhe von Pönalen. Die konkreten Handlungsempfehlungen finden Sie hier.

 

Ergänzend dazu hat der BDEW Vorschläge für die Novelle des EEG vorgelegt. Diese zielen insbesondere auf Maßnahmen für die verbesserte Markt- und Systemintegration der Erneuerbaren Energien. So regt der BDEW die Einführung von Mengenkontingenten für die Förderung an: Statt einer zeitlich befristeten Förderung erhalten Anlagenbetreiber in einem Mengenkontingentmodell die Förderung für eine definierte Strommenge. Dadurch steigt der Anreiz, den Strom möglichst bedarfsgerecht zu erzeugen und eine Einspeisung bei negativen Marktpreisen zu vermeiden. Bei richtiger Ausgestaltung sind darüber hinaus positive Effekte im Hinblick auf die Anlagenauslegung zu erwarten. Im Ergebnis steigt die Kosteneffizienz und die von den Letztverbrauchern zu tragenden Förderkosten sinken.

Neben dem BDEW wurden auch andere Branchenkenner angeschrieben, deren Antworten allerdings noch ausstehend sind.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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