Willi … den kennen wir doch? Und der ist bei einem Energieversorger?

Nach der Umstellung der Kommentarfunktion von blog.stromhaltig vor 3 Jahren sind insgesamt 1763 Meinungen veröffentlicht worden. Lediglich 3 Kommentare wurden nachträglich geändert – 2 davon auf Wunsch der Kommentatoren, und einer wurde mit Hinweis „gekürzt„:

Anmerkung: Teil des Kommentars entfernt, wegen unsachlicher Verallgemeinerung verbunden mit herablassender Ansprache.

Es war/ist eigentlich recht nahe liegend, dass der Leser sich in der Opfer-rolle sieht.  Zur Topliste der Stromerzeugung wurde kommentiert:

Aber warum erzeugen 64 GW Kleinanlagen nur einen Bruchteil von z. B. 13 GW der RWE Power?

Der Punkt, bei dem ein Blog irgendwie lustig wird, denn die Aussage ist inhaltlich und im Bezug falsch. Wer wissen möchte, was RWE Power erzeugt, der kann gerne auf den Twitter Feed gehen und danach die Erzeugung aus Windkraft dagegen halten.

Jetzt muss man sagen, dass man einen Twitter Account keiner Person zuordnen kann. Theoretisch kann jeder unter jedem beliebigen Namen einen Twitter Account eröffnen  – gegen Geld kann man zwar seine Identität überprüfen, das machen aber meist nur Unternehmen oder Sportler, nicht aber Leiter technische Bildung.  Greenpeace hatte die Meldung noch mit „angeblich“ weiter verteilt. Spätestens beim Blick auf die RWE Seite gibt es eine direkte Zuordnung zwischen Benutzeraccount und Unternehmen:

„Ich bin bei RWE weil … … wir von der Generation mit Verantwortung und Leidenschaft für eine sichere und zukunftsorientierte Stromerzeugung stehen“ Das werde ich durch die Woche gemeinsam Kollegen aus Kraftwerk und Tagebau zeigen.“

Kein gutes Bild auf eine sicher und zukunftsorientierte Stromerzeugung wirft es, wenn den Kollegen in den Kraftwerken nicht einmal der Begriff Blindleistung richtig lernen einzuordnen. Stromerzeugung der alten Schule – was im Netz passiert interessiert uns nicht.

Willi: Wir brauchen Leute wie Dich! Du bekommst auch Futter! – Versprochen.

Die vier großen Energieversorger befinden sich im Wandel. Bei Anfragen in Presseabteilungen, persönlichen Treffen oder auch bei gemeinsamen Messebesuchen habe ich bislang immer Mitarbeiter getroffen, die offen und ehrlich  auf Augenhöhe die Energiewende und den Umbau der Stromversorgung begleiten und nicht verhindern. „Gemeinsam mehr erreichen“ war das Fazit beim Beitrag „Mit Kohlekraftwerken dem Lastgang folgen“ und drückt aus, dass die verschiedenen Arten der Stromerzeugung aufeinander zugehen sollten. Es ist schade, wenn einzelne Mitarbeiter alle Bemühungen mit einem Schlag zunichte machen, wobei das eigentlich schwierige ist, dass sie ihre persönlichen Hintergründe nicht offener legen. Willi hat bestimmt eine Familie, die möchte weiterhin Pay-TV schauen und Weihnachtsgeschenke – dafür braucht Willi ein sicheres Gehalt.

Social Media für Mitarbeiter ist wichtig – und bietet Unternehmen sehr viele Chancen. Twitter, Blogs und Facebook sind ein super Kommunikationsmedium um anonyme Glaskästen in der Innenstadt mit realen Menschen zu füllen. Generell sollten allen Mitarbeiter erlaubt werden, dass sie ihre Meinung auf im Umfeld ihres Berufes äußern. Die Grenze wird allerdings überschritten, wenn man nicht mehr erkennen kann, dass klassische „Job-Angst“ zu einer polarisierten Meinung führt.

Einfache Regeln für mehr als 100.000 Mitarbeiter findet man zum Beispiel in den IBM Social Computing Guidlines.

Den Beitrag "Vorwegschauen mit Willi - und nicht die Trolle füttern... offline Lesen:
Veröffentlicht unter Blog.

Ein Gedanke zu “Vorwegschauen mit Willi – und nicht die Trolle füttern…

  1. Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.

    Ein Shitstorm macht auch keinen Strom, kann man getrost veRWErfen … wie einen Stock, aber manchmal bringt ihn der Hund einfach wieder zurück 😉

    Man muss nicht Hass mit Hass bekämpfen, ist gar nicht nötig, weil Hass sich immer selbst das Handwerk legt.

    Wenn der Wind der Veränderung weht, vertäuen die einen ihr Schiff im Hafen, die anderen setzen die Segel. Man muss dem Willi nicht zum Abschied winken, wenn man beide Hände brauch, um im schweren Fahrwasser den Kahn auf Kurs zu halten. Es reicht völlig, wenn der gelegentliche Blick zum Hafen offenbart, dass sein Dampfer vom Sturm an der Kaimauer zerschellt wird und mit ihm all seine Hoffnungen.

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