Mit großen Schritten wird am Strommarkt 2.0 gewurstelt, die EEG-Umlage verrechnet, der Strompreis erhöht und die Netzentgelte zum explodieren gebracht. Was kaum beachtet wird, dass all diese Vorhaben auf Basis veralteter Daten vorgenommen werden. Bislang haben die Übertragungsnetzbetreiber für das wichtige Segment der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien noch keine Zahlen des Jahres 2014 veröffentlicht. Die Anlagenstammdaten, die zur Berechnung und Simulation von Reserven und Kapazitäten benötigt werden, sind auf dem Stand von 2013. Bei den Dimensionen der aktuellen Umbrüche ist ein Jahr mehr oder weniger Daten von elementarer Bedeutung.

Auf Anfrage von blog.stromhaltig machen die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW den Datenschutz für den Missstand verantwortlich.

Wo,Was,Wieviel? – Die Kernfragen, die in Simulationsumgebungen eingespielt werden, um Szenarien für das Stromnetz, den Ausbau und die weitere Entwicklung der Stromwende zu ermöglichen. Fehlen die Antworten, so muss geschätzt werden, oder gar auf bereits veraltete Daten zurückgegriffen werden. Bislang konnte man auf den Seiten der Netztransparenz die Anlagenstammdaten herunterladen und somit selbst Nachrechnen und ermitteln. Im Jahre 2015 ist dies nicht mehr möglich.

Die 4 Übertragungsnetzbetreiber wurden daher gefragt:

auf Ihrer Webseite sind aktuell lediglich die Anlagenstammdaten bis 2013 abrufbar. Die Aktualisierung auf die Endstände von 2014 im August ist scheinbar nicht erfolgt. Wann wird die Veröffentlichung erfolgen? Werden die Daten über MaStr abgelöst? Welche Quelle kann alternativ genutzt werden?

Sie antworteten:

Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird die Veröffentlichung der Anlagenstammdaten durch die ÜNB derzeit überarbeitet. Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass voraussichtlich ab Mitte Oktober eine neue Veröffentlichung erfolgt, bei der Transparenz und Datenschutz gleichermaßen berücksichtigt werden.

Zeitgleich wird Mitte Oktober auch die EEG-Umlage für das Jahr 2016 bekanntgegeben. Basierend auf der räumlichen Verteilung der Anlagen aus dem Jahr 2013. Gutes Timing!

Das Argument Datenschutz ist auch spannend. Die Daten aus den Vorjahren sind noch immer abrufbar, von daher können die Gründe nicht besonders weitreichend sein.

Den Beitrag "Verschleierter Zubau von Sonnen und Windstrom - Datenschutz schuldig? offline Lesen:

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