Im Beitrag „Flexibilität von Atomkraftwerken“ wurde bei blog.stromhaltig am Anfang dieser Woche gezeigt, dass zumindest beim Weser Atommeiler in Grohnde eine dynamische Erzeugung vorhanden ist. Unreflektiert blieb, ob dies „sinnvoll“ oder wirtschaftlich ist. Auffällig war und ist der Fakt, dass im August 2015 erstmals Maßnahmen des Redispatch beobachtet werden konnten, die dieses Atomkraftwerk betreffen. Bei einem Redispatch wird ein Kraftwerksbetreiber vom Übertragungsnetzbetreiber angewiesen, die Leistung zu erhöhen oder zu reduzieren. Die Liste der Maßnahmen  zeigt sonst nur Kohlekraftwerke wie das GKM in Mannhein oder Wasserkraftwerke wie die Voralberger Illwerke. Eine Nachfrage bei E.ON, warum das AKW Grohnde nun plötzlich als Flexibilitätsoption verwendet wird.

blog.stromhaltig fragte:

  • Können Sie mir sagen, ab wann das Kraftwerk umgebaut wurde für Redispatches?
  • Besteht die Möglichkeit in beide Richtungen Redispatches durchzuführen (Wirkleistungseinspeisung reduzieren und erhöhen)?
  • Existieren Einschränkungen der Redispatchfähigkeit (Zeit/Menge/…)?
  • Ist dies ein Alleinstellungsmerkmal – oder gängige Praxis bei Druckwasserreaktoren?

Die Antwort von E.ON Global Unit Next Generation:

Redispatches werden vom Netzbetreiber an die Kraftwerksbetreiber angeordnet, wenn in seinem Netz Engpässe auftreten, die er zu beheben hat, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Dazu weist er die Kraftwerke über die Kraftwerkseinsatzleitstelle (Lastverteiler) an, ihre Einspeiseleistung zu reduzieren oder zu erhöhen. Für die Möglichkeit, diesen Anforderungen zur Leistungsveränderung zu folgen, sind alle konventionellen Kraftwerke und auch die Kernkraftwerke konzeptionell ausgelegt. Hier wurde nichts „umgebaut“. 

Da unsere Kernkraftwerke in der Regel mit voller Leistung in das Stromnetz einspeisen, findet bei den Kernkraftwerken über Redispatchmaßnahmen in der Regel eine Drosselung der Leistung statt. Sobald der Netzbetreiber keine Stabilitätsprobleme mehr in seinem Netz befürchtet, lässt er uns vom Lastverteiler wieder auf die durch den Kraftwerksbetreiber vorgesehene Leistung fahren. 

Es gibt eine Mindestleistung, unterhalb derer die Anlage abgeschaltet werden müsste. Diese liegt bei ca. 30 % der Reaktorleistung.

Nein, jede konventionelle Anlage (Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke)  ist redispatch-fähig, weil konzeptionell ihre Leistung den Bedürfnissen des Strombedarfs angepasst werden kann.

(Beitragsbild: von AxelHH (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons)

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