Wärme, Stromerzeugung, Stromtarif, Energieberatung und natürlich Klimadienste – mit diesen Themen beschäftigen sich sehr viele kommunale Unternehmen,  die für eine Zukunft mit der Energiewende gerüstet sein wollenl. Ein breiter Strauß von Produkten und Diensten, die definieren, was eigentlich von einem Energieversorger erwartet wird.  Anlässlich der Energiewende Tage Baden-Württemberg stellte die zum Rhein-Neckar-Kreis gehörende AVR UmweltService ihr Portfolio den etwa 500 interessierten Besuchern vor. blog.stromhaltig mischte sich unter die Besucher…

„Gut Tag Herr Zoerner, kennen Sie die Grüne AVR?“ – 

„Selbstverständlich, die Bio-Tonne ist ja bereits einige Jahre die Bio-Energie-Tonne“

„Das ist aber die Blaue AVR…“

Ein kurzer Dialog im Vorfeld, der verdeutlicht, wie schwierig das Thema Energie selbst dann ist, wenn man sich versucht mit allem zu beschäftigen. Blau ist nicht grün – hinter der neuen Farbe, hat das kommunale Unternehmen alles zusammengefasst, was rund um Energie aufgebaut wurde. Im Juli wurde das Angebot durch einen Stromtarif vervollständigt. Egal, ob man eine generelle Energieberatung sucht, eine PV-Anlage auf Eigenverbrauch optimieren will oder es einfach nur warm haben möchte, die grüne AVR will als „Full-Service-Anbieter“ für die Bürger der Region auftreten. Eigentlich trifft man damit den Trend der Zeit:  Energiewende erleben in einer lokal und kommunal geschlossenen Wertschöpfungskette.

Als der Shuttlebus auf den Parkplatz des Kraftwerks biegt, flüchtet Bürgermeister Jörg Albrecht zur nächsten Pflichtveranstaltung. Ahnt er, die Wahrheit, dass CDU/CSU, SPD, FDP aber auch Die Grünen auf Bundes und Landesebene in den vergangenen 15 Jahren fast alles unternommen haben, dass  es „Ein Energieversorger“ überhaupt geben kann?

Hier in Sinsheim erkennt man die groteske Wirklichkeit, die im Einklang von Politik und BDEW in den letzten Jahren orchestriert wurde. Der Besucher sieht hinter der Glasscheibe jenes mit Schnittgut von der Straßenmeisterei angeheizte Höllenfeuer, welches sowohl für Fernwärme als auch für Strom sorgt. Kühlt sich bei einer Fahrt mit einem der e-Autos auf dem Hof ab, die man natürlich auch an der heimischen Photovoltaikanlage laden könnte. Kommt dann zum Infostand für den AVR Stromtarif und erfährt: 100% Rhein-Wasserkraft.

Wenn Bürger heute die Energiewende nicht mehr verstehen, dann sind es diese Brüche. Auf der einen Seite wird Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist – auf der anderen Seite wird Strom aus dem Netz  an Stromkunden geliefert. Auf der einen Seite wird händeringend nach Lösungen gesucht, Lastspitzen zu glätten – auf der anderen Seite werden neue Lasten an das Netz gehängt.

Es ist ein enormer Spagat, den ein Unternehmen wie die „Grüne AVR“ vollbringen muss, um als ein Ansprechpartner aufzutreten. Die Brüche in der Wertschöpfung sind rechtlich notwendig und politisch gewollt. Dem Bürger erschließt sich nicht unmittelbar ein Sinn.

Der Energieversorger der Zukunft ist kommunal. Er liefert seinen eigenen Strom, Wärme und berät seine Kunden in Energie-Fragen. Als Prosumer wird der Stromkunde und Bürger zum Teil der Wertschöpfung, zum Beispiel auch als Flexibilitätsoption. Der lokale Fluss des Geldes erlaubt es einen wichtigen Standortfaktor zu nutzen: Nähe und Vertrautheit.

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