Es gibt etliche Begriffe und Wortschöpfungen, die in vielen Beiträgen in den unterschiedlichsten Medien immer und immer wieder als Platzhalter verwendet werden, ohne dass es einer rationalen Aufklärung geht. Zappelstrom soll der erste Begriff sein, der hier bei blog.stromhaltig einmal näher untersucht wird.

Zumindest laut Google geht der Begriff Zappelstrom auf einen Bericht in der Zeit zurück aus dem März 2010 zurück. Schöpfer ist der Ökonom und Soziologe Fritz Vorholz, der hauptsächlich bei der Zeit veröffentlicht. Der Zusammenhang ist wie folgt gegeben:

Das ist viel Geld für wenig Strom. Denn Solarstrom – „Zappelstrom“ – fließt nicht nur unkalkulierbar, sondern meist auch recht spärlich.

In das Vokabular aufgenommen hat den Begriff unter anderem Hans-Werner Sinn und Wetzels Welt. Mittlerweile wird jegliche Form der Stromerzeugung aus Sonnenenergie als auch Windkraft mit diesem Prädikat versehen.

Von Seite der Daten sind bei dieser Wortschöpfung einige Facetten zu bedenken. Zappeln könnte bedeuten, dass die Strommengen von einem Augenblick auf den nächsten stark schwanken. Die Daten der Übertragungsnetzbetreiber geben hierüber keine Informationen. Bei der Sonnenfinsternis im März 2015 waren gerade die Rampen beobachtet worden, also die Geschwindigkeit in der die Erzeugung von Photovoltaik-Anlagen vom Netz geht und wieder dazu kommt.  Selbst bei diesem Ereignis wurde die Netzfrequenz sehr stabil gehalten. Die Netzfrequenz ist ein sehr guter Indikator, ob es ein Zappeln gibt.

Beim sogenannten Recovery-Momentum (Stabilisierungspotential) wird geschaut, welche Ereignisse einen Frequenzsprung verursachen. Im Rahmen dieses Monitoring wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass zu Zeiten von hoher Einspeisung aus Windkraft und Sonnenenergie die Schwankungen in der Frequenz deutlich abnehmen.

Die Spärlichkeit kann jeder selbst bewerten, bei einem Blick auf den aktuellen Strommix.

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