Es sind sehr viele Beiträge in Blogs und Medien zu lesen, die uns die Vor- und Nachteile des Strommarkt 2.0 erklären. Beim Tagesspiegel war unlängst zu lesen, dass ein „technologieneutrales Level-Playing-Field für Kraftwerke, Speicher und Demand-Side-Managment“ notwendig ist. Die aktuellen Entwicklungen für die kurzfristigen Änderungen des Stromhandels werden bei Energieflut ganz gut zusammengefasst: „Der Strommarkt soll durch stärkere interne Mechanismen die genannten Kapazitäten und eine gewohnt hohe Versorgungssicherheit aus sich selbst heraus finanzieren. „. Bei aller Innovationskraft, die man diesen Überlegungen beipflichten kann, ein Punkt und seine Auswirkungen auf viele anderen Bereiche der Volkswirtschaft wurde bislang sehr stiefmütterlich behandelt: Wind uns Sonne schicken keine Rechnung – Stromerzeugung ohne Brennstoffkosten (Stückkosten) braucht ein ganz anderes Verständnis des Produktes „Strom“.

Allen Ängsten beim Thema Versorgungssicherheit liegt zu Grunde, dass die Elektrifizierung ein elementarer Bestandteil einer heutigen Industriegesellschaft ist. Undifferenziert bleibt, ob jegliche Flexibilität eine Rationierung zu Friedenszeiten ist, oder vielmehr eine Differenzierung der unterschiedlichen Produkte „Strom“. Unbestritten sollte sein, dass ein Elektroauto einige Minuten ohne Strom nicht einmal bemerkt – beim Fernseher eine Unterbrechung extrem ärgerlich ist. Unnötig ist auf Basis der heutigen Strommarktdesigns von Stabilität und Verlässlichkeit für die kommenden Jahre auszugehen. Investoren sollten vielmehr von weiteren Wechseln in der Wertschöpfung ausgehen, bis sich die Energie tatsächlich gewendet hat.

Wie leben heute in einer Überschussgesellschaft, welche in vielen Lebensbereichen deutlich mehr konsumiert, wie sie tatsächlich nutzen und verbrauchen kann. Der Verbrauch von Rohstoffen ist in der Konzeptionierung vom Stromprodukten inherent, so scheint es. Die Faszination von Strom aus Wind und Sonne geht davon aus, dass ein jetzt „Mehr“  möglich ist, ohne direkt davon zu zahlen. Abhängig von der Verfügbarkeit – aber nicht abhängig von den Kosten. Wer jetzt sofort mehr Zucker in der Küche haben will, der muss dafür die Rechnung zahlen. Wer mehr Strom haben will, der muss nicht unbedingt jetzt die Kosten zahlen. Wachstum, wie es die Volkswirtschaften als wichtigstes Ziel sieht, bedeutet mehr Anlagen zur Stromerzeugung – nicht aber den Absatz zu vergrößern.

Stromsparen ist dem Sparen von Energie nicht gleich zu setzen. Wer heute weniger Strom nutzt, der kann das gesparte Geld in Investitionen in weitere Anlagen stecken. Mit der Energiewende entkoppeln wir eine Kausalkette aus Mehr Wirtschaftskraft sorgt für mehr Energiebedarf. Elektrische Energie ist dabei lediglich eine Erscheinungsform, welche der Energieversorger der Zukunft für sich definieren und zum Produkt formulieren muss.

Es geht sehr viel Geld in die Forschung und den Aufbau der immer spannenderen Demonstratoren. Schockierend ist, dass es kaum Finanzmittel und Projekte gibt, die tatsächlich Produkte definieren, die man im Jahre 2050 haben wird.

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Veröffentlicht unter Lobby.

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