Der größte Fehler, der im Konzept des Strommarkt 2.0 gemacht wurde, ist das Festhalten einem sogenannten Energy Only Markt, bei dem Stromkunden für gelieferte Strommengen bezahlen und Erzeuger für eingespeiste Strommengen. Was im Referententwurf an Neuerungen  erkennbar ist, kann als Operation am offenen Herzen – oder vereinfacht als Rumdoktern – bezeichnet werden.   Ein Strommarkt ist zunächst nichts anderes als die Beschreibung wie eine Ware von Verkäufer zu Käufer gelangt. Versorgungssicherheit, Extraktion von Atomkraft und Integration Erneuerbarer Energieträger sind zweitrangig. Die einzige zulässige Frage beim Entwurf eines Marktdesigns ist: Wie kommen Kaufverträge zustande?

Auf dem Agora der Energiewende wird die Antike zur Vision der Zukunft erhoben.

Energy-Only-Märkte funktionieren tatsächlich, auch wenn der Begriff wohl kaum einem Stromkunden vertraut sein dürfte. Sie können Knappheit der Ware Elektrizität durch eine Veränderung im Preis darstellen. Diese Marktform versagt allerdings, wenn eine Grundvoraussetzung nicht mehr gegeben ist.

Aufwand und Ertrag stehen in einem linearen Verhältnis

Als Aufwand kann man die Kosten für die Schaffung eines Produktes ansehen. Der Ertrag ergibt sich aus dem Verkauf. In der Stromwirtschaft ist dieser Zusammenhang allerdings nicht gegeben. Ein gedrosseltes Kraftwerk verursacht bei geringer Produktion hohe Kosten. Bein Windkraft und Solarenergie habe ich bei gleichem Aufwand schwankende Erträge. Selbst beim Stromnetz, welches ein wichtiger Kostenbestandteil in den Letztverbrauchspreisen ist, zahlt man Infrastruktur.

Mit dem Hybridstrommarkt wurde dem Bundes Wirtschaftsministerium ein Entwurf vorgetragen, welches aus einem Mietmodell und einem Energy-Only-Markt zusammengesetzt ist. Ministerium und Verbände haben die Chance verstreichen lassen, die Marktregeln an die Marktverhältnisse anzupassen.  Die Zeche wird der Stromkunde zahlen, der ohnehin bislang nicht gehört wurde.

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