Sigmar Gabriel weht in den letzten Tagen ein ziemlicher medialer Gegenwind um die Nase, wenn es um das Thema Strommarkt geht. Eigentlich hat die Energiewende mit all ihren Facetten zur Zeit ein Relevanztief, dennoch wird die die Wortwahl nun schärfer.  Längst kommunizieren die Branchenverbände über die Medien und die Bürger scheint es relativ wenig zu jucken. Zur Halbzeit hat die Petition 60307 gerade einmal 120 Mitzeichner. Deutlich weniger, als die Reichweite die mit 3 Fundstücken der Medienlandschaft erreicht werden konnten. So tummelte sich Smart-Meter über generelle Kosten der Energiewende bis hin zu Chef-Verrat einiges in der Meinungsbildung .

Die Berater nennen seine Ideen blauäugig, schreibt Daniel Wetzel in der Welt. Als Berater werden Axel Ockenfels und Achim Wambach aufgeführt – letzterer ist mittlerweile Nachfolger von Justus Haucap in der Monopolkommission, welche beim natürlichen Monopol der Infrastruktur bislang ein absolutes Glanzlicht der Bürgernähe gewesen ist.

„Bei großer Knappheit steigt die Marktmacht stark an“, warnen die Wissenschaftler: „Wenn 95 Prozent der Erzeugungskapazität benötigt wird, um eine recht unflexible Nachfrage zu bedienen, ist jeder Anbieter bereits ab einem Marktanteil von fünf Prozent systemrelevant.“ Es sei „blauäugig, darauf zu setzen, dass sich ein Markt, in dem fast alle Anbieter systemrelevant sein können, selbst diszipliniert“

Betrachtet man lediglich die Mitglieder beim BDEW, so ist diese Aussage mit Sicherheit richtig. Leider vertritt der BDEW unter 1% der Unternehmen, die in Deutschland Strom erzeugen. Das tatsächliche Problem ist der Wirrwar aus der Grundforderung nach Versorgungssicherheit und die damit fehlende Zulassung von Verknappung, welche ein Markt eigentlich bräuchte (vergl. „Stromhandel, Versorgungssicherheit, Kapazitätsmarkt und warum sich alles ausschließt„).

Die einstige Stromkostenbremse ist vergessen. Auch das Faktum, dass wir mittlerweile 1/4 des Strombedarfs ohne Brennstoffkosten verursachen können. Im Handelsblatt wird die IW-Studie instrumentalisiert:

„Die Energiewende ist mit der Annahme gestartet, dass die Energiekosten hierzulande beherrschbar bleiben und international in vergleichbarem Maße ansteigen. Beides hat sich nicht bewahrheitet“, klagt Barbara Minderjahn, Geschäftsführerin des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), angesichts der IW-Zahlen.

In der ganzen öffentlichen Konsultation zum Weißbuch sind sehr viele technische Punkte genannt worden. Bislang wurden aber keine Konzepte vorgestellt, wie man die Stromkosten senken kann. Es scheint, als ob gerade die Lobbyverbände alles versuchen, mehr Geld als bislang zu sichern.

Eine ganz andere Thematik wird von Holger Schneidewindt beim Phasenprüfer aufgebracht. Neben der Diskussion über einen Strommarkt gibt es auch die Sache mit den Smart-Metern.  Hier wird es spätestens spannend, denn die Antwort auf die Frage, ob das Smart-Meter-Gesetz der alten Energiewelt das fehlende Geschäftsmodell gibt, bleibt leider etwas offen…

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