Ab 25,5 Grad Wassertemperatur darf keine zusätzliche Wärme in die deutschen Flüsse eingeleitet werden. Kommt diese Schwelle zeitgleich mit niedrigen Pegelstände, so bedeutet dies die Betreiber thermischer Kraftwerke eine wetterbedingte Zwangsabschaltung. Man könnte auch von eine ungeplanten Nichtverfügbarkeit  sprechen, welche zwar im Gegensatz zu Polen nicht direkt zu einem Brown-Out führen kann, jedoch das Rollenbild einer verlässlichen Stromerzeugung umdreht.

Weil zu Spitzenlastzeiten genügend Strom aus Photovoltaik und Windkraft vorhanden ist, braucht man sich in Deutschland im Sommer keine Sorgen machen.

Der Hochwassernachrichtendienst in Bayern meldet für die Messstelle in Ingolstadt bereits 25 Grad.  Fast zeitgleich trudeln vom nur wenige Kilometer entfernten Gaskraftwerk Irsching zwei Meldungen einer ungeplanten Nichtverfügbarkeit ein. Irsching 4 reduziert bis Samstag 0:00 Uhr die Erzeugung im Mittel um 180 MW, Irsching 5 bis Donnerstag 0:00 Uhr um 196 MW. Deutlich weiter abwärts der Donau in der Gegend um Regensburg  ist die Temperatur bereits über den Grenzwert angestiegen.

Gute Nachricht am Rhein bei Karlsruhe. Zwar  wurden am Mittwoch 25,1 Grad gemessen, was theoretisch das Rhein-Dampfkraftwerk (RDK)  sowie das Großkraftwerk Mannheim (GKM) betreffen würde. Es ist allerdings auch gemeldet , dass das GKM in Mannheim in der Zeit vom 17.08. bis zum 31.08. ohnehin in Revision ist. In Karlsruhe ist das RDK 8 von Donnerstag 14.08. bis Dienstag 24.08. für Wartungsarbeiten geplant nicht verfügbar.

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8 Gedanken zu “Hitze: Viele Kraftwerke vor dem Brown-Out

  1. Die Verfuegbarkeit von Wasser ist bei Sommerwetter natuerlich auch noch zu beachten.
    In Polen soll der groesste Braunkohleblock des Landes zwar wieder in Betrieb gehen

    http://af.reuters.com/article/commoditiesNews/idAFL5N10O15Z20150813

    doch macht jetzt die Wasserkraft schlapp, es fehlt das Wasser:

    http://af.reuters.com/article/energyOilNews/idAFL5N10N2PE20150812

    Absurde Vorschlaege werden gemacht:

    http://www.thenews.pl/1/10/Artykul/217104,Ukraine-PM-urges-power-aid-for-Poland

    Die Kohle der Ukraine kommt zZ. aus Sued-Afrika und USA und wird mit EU-Geldern bezahlt.

    Die Ukraine konnte polnische Kohlelieferungen naemlich nicht mehr bezahlen:

    http://www.rt.com/business/196820-kremlin-surprised-poland-coal-ukraine/

    “ On Thursday, Poland’s Deputy Prime Minister Janusz Pehochinsky expressed disappointment that Ukraine hasn’t yet paid for 100,000 tons of Polish coal.“

    So sieht Tusks Energieunion aus …. globaler Kohlehandel aber kein Strom.

    Antworten
  2. Betr. brown-outs in Polen, Ukraine …

    Polen sol. lt. ukrainischen Angaben von den Freunden Strom bekommen:

    http://www.platts.com/latest-news/electric-power/kiev/ukraine-should-resume-power-supplies-to-poland-26176946

    Allerding kommt der dann aus Russland( da kaufen die polnischen Freunde bereits)

    Weil a.) in der Ukraine die AKWs mehr oder weniger ausser Gefecht sind und b.) die Kohle dort bald alle ist:

    http://www.platts.com/latest-news/coal/kiev/ukrainian-government-orders-more-coal-stocks-26177169

    Was waren das noch fuer Zeiten letztes Jahr als Kohlelieferungen von Russland nach Polen blockiert wurden, also nicht von Greenpeace:

    http://www.rt.com/business/190308-polish-miners-blockade-coal-border/

    So kauften dann die Versorger notgedrungen teurere polnische Kohle. Aber wg. der hohen Brennstoffpreise blieb der Netzausbau zurueck, ein Kabel nach Russland waere wohl intelligenter gewesen. Jetzt koennten sie es brauchen.
    Die EU wird wohl blechen muessen: fuer Interconnectors, fuer polnische Kohle, fuer russischen Strom und amerikanische bzw. suedafrikanische Kohle ….packen wir noch’n AKW drauf – das macht den Braten auch nicht fetter …;)
    Am besten ein japanisches; in Weissrussland, Moldawien …

    Ernsthaft: gibt es nicht Interconnectoren zw. Weissrussland und Polen?

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