Vor einigen Tagen hatte blog.stromhaltig parallel zu einer Pressemitteilung von Siemens zur Standarisierung der Smart-Meter-Kommunikation, einige Kritikpunkte aufgeführt. Diese Kritikpunkte wurden auch an die Presseabteilung des Konzerns weitergeleitet, dessen Antwort nun vorliegt. Für Interessierte sei an dieser Stelle auch der IT-Sicherheitskatalog gemäß § 11 Absatz 1a Energiewirtschaftsgesetz der Bundesnetzagentur empfohlen, welcher in dieser Woche veröffentlicht wurde.

Noch einmal ein vielen Dank an Siemens für die schnelle und ausführliche Beantwortung.

Kritikpunkte

  • Aus Sicht des Datenschutzes ist es unausweichlich, dass der Anschlussinhaber zu jedem Zeitpunkt die Kommunikation des Zählers unterbinden kann.
  • Eine zentralistisch aufgebaute Kommunikation von Smart-Meter Daten dienen einseitig dem Verteilnetzbetreiber und können nicht zur Optimierung des Lastgangs/Erzeugungsgangs sowie zum Trading herangezogen werden.
  • Das beschriebene PLC Verfahren ist in einem liberalisierten Markt für Messstellen (wie in Deutschland) nicht umsetzbar.
  • Verschlüsselung und Sicherheit. Es besteht zumindest ein Anfangsverdacht, dass die Einrichtung von “Geister”-Zählern/Gateways möglich ist, ähnlich dem Manipulations/Angriffsmöglichkeit des GSM-Netzwerkes, bei dem ein Teilnehmer sich als Hub ausgibt.

Antwort von Siemens

Die Aussage in der Meldung war ja, dass das europäische Komitee für elektrische Normung, CEN/CENELEC, mit der Publikation der CX1-Standardisierungsdokumente CLC/TS 50590 und CLC/TS 52056-8-7 den Standardisierungsprozess abgeschlossen hat. Damit hat Siemens CX1 als universellen, frequenzbandunabhängigen und weltweit einsetzbaren Standard für die Powerline Communication (PLC) in Mittel- und Niederspannungsnetzen positioniert.

Es ist jedoch nicht Aufgabe der Standardisierung, über die Einsatzbedingungen und Nutzung eines Standards in den lokalen Märkten zu entscheiden.

Die von Ihnen angesprochenen Themen der Regulierung, etwa dass der Anschlussinhaber zu jedem Zeitpunkt die Kommunikation des Zählers unterbinden kann oder ob eine zentralistisch aufgebaute Kommunikation von Smart-Meter Daten einseitig einem Verteilernetzbetreiber dient, kann auf der Ebene der Standardisierung nicht gelöst werden.

Smart-Metering-Lösungen müssen beim  Nutzen von neuen Standards die gesetzlichen Rahmenbedingen beachten, die in jedem Land mit seinen spezifischen Regularien zum Datenschutz beziehungsweise zum Mess- und Verteilernetzbetrieb gegeben sind. Die in der Pressemitteilung vorgestellte Nutzung des CX1-Standard in einer Smart-Metering-Lösung für einen österreichischen Verteilernetzbetreiber wird unter Beachtung des österreichischen Datenschutzes und seiner Regularien ausgerollt.

Wir nehmen bei Siemens das Thema Cyber Security sehr wichtig und unterstützen unsere Kunden bei der Umsetzung von ganzheitlichen Sicherheitsanforderungen.

 

 

 

 

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