In einem aktuellen Beitrag des Tagesspiegel stellt Robert Busch vom Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) den FlexMarkt vor und zeigt die Grenzen eines starren, auf festgefahrene Strukturen basierendes Marktdesign.

Bereits im Januar 2015 hatte blog.stromhaltig den Flexmarkt im Hinblick auf eine gemeinsame Realisierung mit dem Hybridstrommarkt näher angeschaut. Strompreise als Signale reichen nicht aus, so der Tenor des Beitrages im Tagesspiegel. Regionale „Strommärkte“, bei denen Kilo-Watt-Stunden gehandelt werden, sind allerdings auch ein Fehler.

Grenzenloser Handel in einem Stromnetz ist nur möglich, wenn man das Idealbild einer Kupferplatte annimmt. Bislang geschieht dies im Börsenhandel und sorgt dafür, dass die sogenannten Redispatch-Kosten im Jahresverlauf 2015 auf bis zu 1 Milliarde Euro ansteigen werden. Kosten, die von den Stromkunden zu bezahlen sind – die allerdings selbst nicht von diesem falschen Ideal profitieren.  Ist der Strom in Hamburg knapp, dann bringt es nichts, wenn man in Nürnberg anfängt Strom zu sparen. Gibt es Überschüsse in Dresden, sollte der Großverbraucher in Mannheim davon nicht monetär profitieren können – obwohl die Netze für den Transport nicht vorhanden sind.

Netzausbau und Design des Strommarktes laufen parallel und bedingen sich gegenseitig. Kosten, die im Strommarkt nicht inkludiert wurden, fallen als Bedarf bei den Netzen an. Im Sinne des ökonomischen Prinzips entsteht kein Ressourcen-Mangel bei der elektrischen Energie, sondern bei den Stromnetzen, weshalb wir eigentlich einen Markt für die verbleibende knappe Kapazität der Stromlogistik benötigen.

Leitungen, Kuppelstellen, Phasenschieber und Regelkraftwerke sind Infrastruktur, die von jemandem gebaut, finanziert und betrieben werden muss. Gerne sieht man bei der Finanzierung die Gesamtheit der nicht-privilegierten Stromkunden   als einzige Quelle.

Soll auf den Ausbau der Stromnetze verzichtet werden, so ist man schnell bei unterschiedlichen Preiszonen und regionalen Strommärkten, aber auch diese bieten ihre Risiken (vergl. Beitrag zur Beibehaltung einer Preiszone in Deutschland/Österreich). Kommt es tatsächlich zu einem Mangel an elektrischer Energie in einem Ort, so sind bei einem freien (regionalen) Markt sofort utopische Preise möglich, wie man es sonst nur aus dem Sprichwort „Ein Königreich für ein Glas Wasser“ in der Wüste kennt. Fehlende Liquidität in einem lokalen Markt, machen Extremas beim Preis wahrscheinlicher.

Wie kann also ein Marktmodell aussehen, das regionale Bedingungen im Blick hat und einen Wettbewerb um Flexibilitätsoptionen ermöglicht?

Im Flexmarkt des BNE verfolgt man die Idee zusätzlicher Signale zum Preis. Bei blog.stromhaltig wurde im Jahre 2014 ein solches Signal unter dem Begriff Grünstrom-Index eingeführt, welches hier dienen kann. Entsprechend der lokal vorhandenen Erzeugungsstruktur wird angezeigt, zu welchen Zeiten sehr viel – oder sehr wenig Strom vorhanden ist, der keine Brennstoffkosten verursacht. Da der Index im Jahresschnitt bei 50 liegt, lässt er sich auf alle Komponenten des Strompreises modulieren.

Wergen der direkten Verknüpfung zwischen Kosten des Netzausbaus und dem Design des Strommarktes, ist ein Modell vorstellbar, bei dem Verbraucher durch vermiedene Netzentgelte belohnt werden.

Was sagt der BNE dazu?

Den Beitrag "Debattenbeitrag zum FlexMarkt offline Lesen:
Veröffentlicht unter Lobby.

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt