Über viele Stunden fühlten sich die Bewohner von Mannheim am Freitag an das Buch BLACKOUT Morgen ist es zu spät… erinnert, als nach 10:40 Uhr die ersten Lichter ausgingen, Aufzüge nicht mehr funktionierten und Krankenhäuser sprichwörtlich im Notbetrieb operieren mussten.

 „Ich finde es eine Schweinerei, dass der Strom in Neckarau das dritte Mal in dieser Woche weg ist“ (Verena Schwarz  auf der Facebook Seite des Mannheimer Morgen)

Erst in der Nacht zum Samstag konnte die Stromversorgung wieder stabilisiert werden. Soweit bislang bekannt gab es mehrere Ursachen, die von Arbeiten am Stromnetz anfangen und bis Überhitzung durch sommerliche 40 Grad im Schatten gehen.

Die hohe Konzentration von Leben in einer Stadt, machen diese Gebiete besonders anfällig für den Fall eines Stromausfalls. Von Verkehr über Supermärkte ist alles unmittelbar beeinträchtigt. Etwa 98% des Stromnetzes in Deutschland besteht aus den sogenannten Verteilnetzen. Nur 2% der Länge entfallen auf die sogenannten Übertragungsnetze, um die es zum Beispiel bei der Diskussion um die Trassenführung geht. Betriebsstörungen innerhalb eines Verteilnetzes können daher auch sehr einfach lokal begrenzt werden.

Die meisten Verteilnetze sind heute sogenannte Ringnetze. Bei einer solchen Netzform können beim Ausfall einer einzelnen Leitungen die Strommengen umgeleitet werden und erreichen das Zielgebiet über eine Alternativstrecke. Realisiert wird ein Ringnetz, indem die Verteilstationen immer an mindestens zwei Stellen angeschlossen sind. Ausfälle einzelner Komponenten sind damit auf einzelne Straßenzüge begrenzbar, ohne dass ganze Stadtteile ohne elektrische Energie ist. Redundanz hat aber Grenzen, sobald mehrere Komponenten zeitgleich beeinträchtigt sind.

In Mannheim hat man bereits vor vielen Jahren begonnen die Zukunft zu verproben. Im Zuge des  Projekt E-Energy Modellstadt Mannheim wurde in den Jahren 2008 bis 2012 ein ganz besonders Energienetz mit einer zellularen Struktur erschaffen. Dieses Smart Grid wurde ist in  1000 Haushalten in Mannheim implementiert und getestet worden. Ein Faktum welches leider eine weitere Parallele zur Fiktion im Roman Blackout hochbringt.

Abschließend soll noch ein kurzer Blick auf die Netzfrequenz zum Zeitpunkt des Ereignisses geworfen werden. Im März 2015 waren die Auswirkungen eines Stromausfalls in Amsterdam sehr gut im Stromnetz in Baden-Württemberg erkennbar gewesen. Man muss natürlich festhalten, dass die Quadratestadt Mannheim deutlich kleiner ist als Amsterdam und damit auch der Stromverbrauch. Die Überwachung des sogenannten Recovery Momentum zeigt, welches Potential das Stromnetz aufbringt, um plötzliche Schwankungen auszugleichen. Für das Ereignis am Freitag konnte weder für die Zeit um 10:40 noch für die Zeit um 13:20 Uhr eine ungewöhnliche Schwankung in der Netzfrequenz festgestellt werden.

Den Beitrag "Black-Friday: Stromausfall in Mannheim offline Lesen:

2 Gedanken zu “Black-Friday: Stromausfall in Mannheim

  1. Betr. Amsterdamer Stromausfall:

    In Frankreich gibt es zZ. massive Probleme mit der Stromversorgung, angeblich ist die Hitze Schuld:

    http://economictimes.indiatimes.com/news/international/world-news/heat-knocks-out-power-for-830000-households-in-western-france/articleshow/47891826.cms

    Detailierter:

    http://www.lesnewseco.fr/depeches/la-canicule-provoque-une-gigantesque-panne-delectricite-dans-louest-de-la-france-2-023673.html

    Donnerstagnacht brannte es dann noch obendrein schwer in einem AKW, ausgerechnet in der Gegend die davor von black-outs betroffen war.

    http://sputniknews.com/europe/20150703/1024152007.html

    Ob ‚Umlegungen‘ von Leitungs- und Erzeugerkapazitaeten in Frankreich dann zum Stromausfall in Mannheim beitrugen?

    Antworten

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt