Der Phasenprüfer beschreibt in einem aktuellen Beitrag, dass die Bundesnetzagentur in Erwägung zieht die Marktkopplung zwischen Deutschland und Österreich wieder aufzulösen. Bereits in 3 Jahren könnte es soweit sein. Dies steht in einem deutlichen Widerspruch zum Wunsch nach mehr Strom-Binnenmarkt in Europa, ist aber aus Sicht der wegen Braunkohleüberkapazitäten in Deutschland explodierenden Netzentgelte konsequent. Händler wünschen sich einen möglichst großen Markt ohne Hindernisse. Am besten von der Waterkant bis zum Po. Die Rechnung für eine künstliche Barrierefreiheit zahlen die Stromverbraucher mit explodierenden Netzentgelten wegen steigendem Engpassmanagement.

„Ein norddeutsches Windrad oder ostdeutsches Braunkohlekraftwerk konkurriert dann mit einem Gaskraftwerk in der Steiermark oder, sofern es die Kuppelkapazitäten weiter im Süden zulassen, sogar der Po-Ebene.“ (Jakob Schlandt)

Das Problem, welches sich hier monetarisiert ist auf die unzureichende Verrechnung der Kosten der Stromlogistik zurückzuführen. Anstelle, dass diese Kosten wie bei einer Maut nach Nutzung auf die Preise aufgeschlagen werden, werden die Kosten der Übertragungsnetze in einen großen Pot geworfen und auf die Gemeinschaft aller Stromverbraucher umgelegt. Bei der Konzeption des Hybridstrommarktes ist man daher wieder zu einem Modell der langfristigen Anmietung von Leitungswegen übergegangen, bei vollständiger Transparenz in den Preisen.

Es schadet sowohl der Versorgungssicherheit, als auch der Preise, wenn die Braunkohleverstromung ein Gaskraftwerk aus dem Markt drängt. Über das Thema Klima und Umweltschutz braucht man an dieser Stelle nicht weiter nachzudenken.

Schlandt kommt in seinem Beitrag zum Entschluss, dass die bereits an einigen Stellen angedachte Aufsplittung Deutschlands in Nord und Süd lediglich aufgeschoben wird. Vielleicht ist dies so, aber vielleicht können die Stromkunden auch zukünftig selbst mehr Einfluss auf die Erzeugungsquellen und die verursachten Logistikkosten nehmen.

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Ein Gedanke zu “Tschö Österreich

  1. Du Thorsten, wo ich das gerade lese. Hast Du schon von dem Papiert gehört in dem Rainer Baake mit dem umliegenden Staaten eine Absichtserklärung vereinbart hat? Da geht es um die Leitung von Strom, aber auch um die Anpassung der Regenerativen an Marktbedürfnisse – wobei ich selten ein Wetter gesehen habe, dass sich an einen Markt angepasst hat – eher umgekehrt ;o) wenn auf dem Wochenmarkt der Regen beginnt.

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