Wie bereits am frühen Montag gemeldet,  hatte blog.stromhaltig bei der Pressestelle von Vattenfall nachgefragt, ob es Hintergründe zu den Ausfällen von zwei Kraftwerksblöcken gibt. Die Rückantwort ist mittlerweile eingetroffen:

alle relevanten Daten zu Einsatz und Fahrweise unseres Kraftwerksparks werden an die EEX gemeldet und auf deren Internetseite veröffentlicht. Wir bitten um Verständnis, dass wir darüber hinaus keine weiteren Angaben über innerbetriebliche Angelegenheiten machen.

Dies ist verständlich, da ein Mitbewerber am Markt solche Interna natürlich ausnützen könnte. In der Rückantwort führt das Unternehmen an, dass …

Unsere Stromlieferverträge werden natürlich erfüllt.

Hier steckt das eigentliche Risiko für Anleger und Gläubiger des Unternehmen. Durch eine ungeplante Nichtverfügbarkeit könnte es zum kostspieligen Zukauf von Strommengen an der Börse kommen.  So könnte es zum Beispiel sein, dass man bereits vor einem Jahr einen Liefervertrag eingegangen ist. Die Käufer an der Börse haben damals 34,25€ die MWh bezahlt.

Kommt es nun im Jahre 2015 zu einer ungeplanten Nichtverfügbarkeit, so muss kurzfristig an der Spot-Börse die jetzt nicht verfügbare Strommenge eingekauft werden, um nicht vertragsbrüchig zu werden. Die EPEX-Spot gibt für das Base-Produkt mit Lieferdatum 07.06.2015 einen Preis von 18,37€ die MWh an. Die durch den „Ersatzkauf“ entstehenden Kosten müssen im Betrieb des Kraftwerkes zusätzlich erwirtschaftet werden, was bei den aktuellen Margen am Strommarkt natürlich nur erschwert abbildbar ist.

(Beitragsbild: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0629-013 / CC-BY-SA [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons)

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