Nach der legendären Boxberg die Erste  und der unvergessenen Boxberg die Zweite. Freut es blog.stromhaltig ganz ungeplant die Dritte Episode bekannt zugeben. Diesmal durfte der Block R unverhofft wie das Weihnachtsfest seine Einspeisung nicht an die zahlende Kundschaft bringen. Natürlich wurden (wahrscheinlich) auch diesmal alle Lieferverträge dank (hoffentlich) profitabler Abitragegeschäfte erfüllt.

Brennstoff Braunkohle
Root Cause NA01
Gemeldet 21.06.15 21:00
Ende (geplant) 22.06.15 04:00
Reduktion 641 MW
Dauer 7 Stunden
Bilanzabweichung 4487 MWh
Archiv offen

Beim Stichwort Versorgungssicherheit gehen wir immer davon aus, dass Betreiber von Kraftwerken notleidend sind. Gerne vergessen wir, dass vielleicht auch aus wirtschaftlichen Gründen einmal ein Kraftwerk vom Netz genommen wird, ohne dass es einer Genehmigung der Bundesnetzagentur oder eines Übertragungsnetzbetreibers bedarf. Auf diese Sicherheit vertrauen wir, wenn wir von Kapazitätsmärkten sprechen. Auf diese Sicherheit verlassen wir uns, wenn wir über Kraftwerksreserven nachdenken. Vertrauen, dass wir nicht eines Tages erpressbar werden und dann vom Strom verlassen werden. Zum Glück sind alle EEG-Anlagen verpflichtet ihren Strom einzuspeisen (solange sie Förderung erhalten).

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9 Gedanken zu “Boxberg die Dritte…

  1. Ab Nr. 4 in Serie am nächsten Wochenende, wenn Grafenrheinfeld endgültig vom Netz ist, würde ich mir ernsthafte Gedanken machen. 😉
    Momentan läuft sich Boxberg doch nur für die nächste Runde beim Atomausstieg warm und muss allenfalls am Wochenende wegen Überfüllung der Strecken kurz pausieren. 😉
    Dazu sollte man vielleicht auch sagen, dass es letztes Jahr um diese Zeit -wenn ich mich recht entsinne- seitens E.ON ja noch hieß, Grafenrheinfeld würde im Mai vom Netz gehen, was man aber verschoben hat, weil die Brennstäbe dank des warmen Winters nicht schnell genug abgebrannt sind.
    Man könnte jetzt freilich Mutmaßen, dass man bei Vattenfall in freudiger Erwartung des Abschaltvorhabens bei der Konkurrenz schon mal fleissig Strommengen aus der Lausitz verkauft hat, die dann zumindest am Wochenende doch keiner so recht brauchte, weil das AKW länger produzierte und das Abheizen des Restbrennstoffs dann doch konkurrenzlos günstig war, weil andernfalls die Entsorgungskosten Überproportional teurer wären. 😉

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      • Ok, zählen wird wohl albern, reden wir von den „Episoden einer unendlichen Geschichte“ …
        Machen wir uns erst wieder Gedanken nach dem 27.6.2015 😉

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  2. In den Niederlanden dreht ein 420 MW KKW seit mindestens letzem Jahr in den Miesen.
    Nicht einen Cent Gewinn machte das Steinkohlekraftwerk letztes Jahr wegen der niedrigen Strompreise.
    Am 31.12. ist endgueltig Schluss sagt der Eigentuemer:

    http://www.omroepzeeland.nl/nieuws/2015-06-22/883614/fors-minder-winst-voor-elektriciteitsbedrijf-epz#.VYiLA1IVjcs

    Mehr Details dazu bei RI, siehe „comments by heinbloed“ unter Craig Morris‘ bzw. Bernard Chabots Artikel „Silent wind revolution in France“ :

    http://www.renewablesinternational.net/silent-wind-revolution-in-france/150/435/87563/

    Zum Vergleich die day-ahead Preise von Holland, Deutschland, Belgien, Frankreich und UK:

    http://www.apxgroup.com/market-results/apx-power-nl/dashboard/

    (runterscrollen bis „CWE and UK Power Day Ahead Prices“)

    Die Strompreisdifferenz Deutschland-Holland liegt bei etwa 10-20%, die Kohle kommt aus Holland und Belgien (ARA) per Bahn und Schiff nach Deutschland.
    Wie kann deutscher Steinkohlestrom gegen niederlaendischen Steinkohlestrom aus einem abgeschriebenen KKW anstinken?!

    Das Boxberg ab und zu abschaltet weil selbst Braunkohle nicht mehr mithalten kann erscheint mir plausibel.

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  3. Auch bei totaler Abwesenheit von (Braunkohle-)Kraftwerken sind laengst abgeschriebene AKWs auf Grund niedriger Strompreise mittlerweile Millionengraeber, muessen bezuschusst werden.

    In der Schweiz stehen wohl ‚Zwangsstillegungen‘ an:

    http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/suedbaden/schweizer-atomkraftwerke-bund-stellt-wirtschaftlichkeit-in-frage/-/id=1552/did=15714246/nid=1552/1kxo543/

    Die Zeche fuer diese ABM-Stellen zahlen die beteiligten Kommunen:

    http://www.ee-news.ch/de/erneuerbare/article/31391/greenpeace-axpo-muss-beim-steuergeld-verdunster-beznautransparenz-schaffen

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