von Connect EE mit Wortmeldungen von Consentec, Fraunhofer ISI und r2b. Etatisiert durch das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Studien sind heute scheinbar nichts mehr wert. Bereits in der Vergangenheit durfte man lernen, dass der Inhalt einer Studie dann irrelevant ist, wenn ein Ministerium diese veröffentlicht und bereits vorab die Ergebnisse einigen Medien zugespielt wurde. Die Leitstudie Strommarkt 2015 macht keine Ausnahme.

Per Ausschreibung wurden Schreiber gefunden, die ähnlich dem Angebot von Textbroker das schreiben, was im Auftrag gefordert ist und als Gegenleistung eine Entlohnung bekommen. Ministerien können leider nicht die Vorzüge von Journalisten nutzen, die kostenlos auf die Dienste von ResponseSource oder RechereScout zurückgreifen. Entsprechend hoch ist die Dichte von Innovation und Leitbild, die aus dem Vortrag in 999 Szenarienjahren in stündlicher Auflösung extrahiert werden kann.

Im Literaturverzeichnis zeigt das Leitbild sein Leidensbild. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Studiengängen, die sich mit dem Thema der Studie befassen. Professoren, die ihre Werke veröffentlichen und einige Dekaden in den ökonomischen Strukturen des Strommarktes forschen. Erfahrungen die mit Steuern finanziert aus dem Etar des Bildungsministeriums konserviert werden.

Als entlohnte  Contenerstellung darf die Leitstudie Strommarkt 2015 einen Fehler nicht machen: Sie darf keine Probleme lösen! – Würde man ein Werk abliefern, welches wirklich etwas verändert  (oder sogar eine Revolution im Strommarkt auslöst), dann hätte man keine Chance mehr auch im Jahre 2016 eine monetäre Aufwandsentschädigung zu beziehen. Mit chirurgischer Präzision muss das verpackt werden, was Minimalkonzens der Branche ist. Aus den Sowieso-Maßnahmen im Grünbuch (Marktpreissignale für Erzeuger und Verbraucher stärken, Stromnetze ausbauen und optimieren, Einheitliche Preiszone erhalten, Die europäische Kooperation intensivieren, Die Klimaschutzziele erreichen) sind die Früchte der textuellen Umformulierung erwachsen, die genau so – und nicht anders in das Gesetzgebungsverfahren „Strommarkt für die Energiewende“ aufgenommen werden.

Aus hiesiger Sicht ist unklar, welche Einreichungen zum Grünbuch aus Sicht des Fragestellers hierfür relevant werden könnten… (BMWi zur Studienvergabe)

Impulse und Inhalte des Grünbuches sind auf Wunsch des BMWi in der Auftragvergabe bereits ignoriert worden. Es bekommt jeder etwas (Steuer-)Geld, damit die Gesetzgebung nach Plan abläuft nicht nicht jemand ein anderes Lied zwitschert.

Wir finden…

Die Anreize, die Bilanzkreise aktiv zu managen, sollten verstärkt werden.

Wenn wir es wirklich ernst meinen mit dem Thema Lastflexibilisierung, dann müssen wir hier eindeutig weiter denken. Bilanzkreise sind ein Relikt der C64-er Generation, bei der die EDV nicht in der Lage gewesen ist mit großen Datenmengen umzugehen. Die Technik ist heute soweit, dass jeder Netzzugang ein eigener Bilanzkreis sein kann und muss. Die Bewirtschaftung ist eine Dienstleistung, die von Unternehmen erbracht werden kann im Name und im Wille des Stromkunden.

Ähnlich wie die Regelleistungsmärkte sind auch die Netzentgelte an der Schnittstelle zwischen dem wettbewerblich organisierten Markt und dem regulierten Netzbereich angesiedelt.

Man könnte auch einfach sagen, dass man dem Braunkohle-Memorandum folgt, oder Schlupflöcher vom Markt erstellen lässt.

Diese Weiterentwicklungen sind bereits kurzfristig umsetzbar und können die Leistungsfähigkeit des Energy-Only-Marktes verbessern sowie die Versorgungssicherheit erhöhen.

Vielleicht steht es irgendwo zwischen den Zeilen. Auf den ersten Blick lässt in der Auftragsarbeit kein Konzept erkennen, wie die Stabilität des Kraftwerksparks verbessert werden kann. Handlungsbedarf zu ignorieren sorgt für eine Explosion der Kosten.  Am Montag hat die Bundesnetzagentur für den Winter 2015/2016 die Kostennote veröffentlicht.

Was liegt für die Zukunft des Strommarktes auf dem Tisch? Wir haben einige Petitionen, wir haben die Einreichungen zum Grünbuch, es wird eine öffentliche Anhörung zum Weißbuch geben.  Noch mehr Content hätte es zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht gebraucht, stattdessen ein Mediationsprozess. Eine Leitstudie ist kein Masterplan.

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Ein Gedanke zu “Leitstudie Strommarkt 2015

  1. Da hat Mutti ja glatt 10 Jahre gebraucht, um die von Trittin mit dem EEG und dem erstem Atomausstieg. auf den Weg gebrachte Wende der Energiepolitik zum absoluten Stillstand zu bringen.
    Jetzt wird in Lehrmeister Kohl Manier noch bis ins 16. Jahr der Hintern platt gesessen, damit die nächsten, die es anpacken wollen mindestens 4Jahre brauchen, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen und etwas neues auf die Beine zu stellen.
    Ist ja nur 17 Jahre her, dass der Strommarkt „liberalisiert“ wurde, da darf doch noch gar nichts wirklich anders sein, da haben wir aber nochmal Glück gehabt, dass diese verrückten Ideen nochmal gestoppt werden können…

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