„Die Energiewirtschaft ist eine der Schaltzentralen für die Digitalisierung. Sie ist die Branche, die Kompetenz in den Bereichen Industrie 4.0, Vernetzung der Dinge und Transformation der Energiesysteme von fossilen hin zu erneuerbaren Energien hat. Dies sind die drei großen Zukunftshemen, die derzeit international diskutiert werden. Somit ist das Engagement unser Unternehmen entscheidend, um die Digitalisierung insgesamt voranzutreiben.“ Das erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bei der Pressekonferenz des Branchenverbandes im Rahmen der Hannover Messe. (Quelle BDEW)

Die ganze Welt bekommt in Graustufen (engl. Shades of Grey) vorgeführt, wie man einen Lustgewinn aus erträglichen Schmerzen haben kann. Graustufen entspringen einem analogen Weltbild, welches eine alternative Anschauung zur digitalen Schwaz/Weiß Malerei ist. Die Energiewirtschaft ist eine der Schaltzentralen für die Digitalisierung und lässt keine Zwischenräume zwischen der totalen Bildung von Extremas zu. Der Schaltzustand ist entweder „An“ oder „Aus“ und wird zentralistisch von der Politik des Lobby Verbandes geführt.

 „Wenn es politisch so weiter geht wie bisher, dann wird es keine neuen, modernen Kraftwerke geben. Es gibt einfach keine Investitionsanreize, auch wenn die Politik immer betont, dies ändern zu wollen. Das Gegenteil ist mit den bisher bekannt gewordenen Plänen der Fall“, so Hildegard Müller.

Ein Teil der Kraftwerke steht auf dem Prüfstand, ob die Projekte überhaupt noch zeitgemäß sind. Ein normaler marktwirtschaftlicher Prozess, der sich auch sehr gut in der Majorität der heutigen Stromerzeugung erkennen lässt. Der Zwergenverband BDEW, der nicht einmal 1% der Stromerzeugenden Unternehmen vereinen kann, kämpft mit den gleichen Herausforderungen, die auch von dem Rest der Branche zu tragen sind.

Proteus-Statistik-Zubau-Photovoltaik-bis-2015-01

Die aktualisierte Zubauliste des BDEW zeigt die gleichen Höhen und Tiefen, die sich in den Zahlen der Bundesnetzagentur für den PV-Zubau erkennen lassen. Stellenabbau gerade bei Klein und Mittelständischen Unternehmen sind die Folge. Gerade in strukturschwachen Regionen, die in den letzten Jahren einen Hoffnungsschimmer durch den Ausbau von Wind- und Solarparks entstanden ist, steigt die Arbeitslosequote gerade wegen der Zukunftsthemen. Die Energiewirtschaft ist heute kein Heilsbringer, sondern der Abgesang vieler etablierten Geschäftsmodelle.

Der BDEW liefert in seiner Pressekonferenz den Zement, um eine Mauer gegen die Gefahren neuer Konzepte abzuwehren. Airbnb, Uber und Co. haben andere Branchen revolutioniert und in eine Industrie 4.0 überführt.

„Wenn die Energiewende und die Umstellung auf die Erneuerbaren Energien als tragende Säule der Energieversorgung gelingen soll, dann brauchen wir auch in Zukunft als verlässliche Ergänzung neue, effizientere und klimafreundlichere Kraftwerke“, betonte Müller.

Wir verlassen uns auf Störanfällige Kraftwerke, welche fast zu 1/5 ungeplant nicht verfügbar sind. Eine Säule, die vielleicht große Fortschritte im Klimaschutz gemacht hat, da sie einfach keine Braunkohle in CO2 umwandeln.

Sollte man nicht langsam beginnen zusammen zu arbeiten? Wie unter der Überschrift Stromwende: Gemeinsam Mehr erreichen im Beitrag zum Lastgangfolgebetrieb bei Steinkohlekraftwerken zu lesen gewesen ist,  sind wir technologisch in der Lage. Frau Müller kann sich dies gerne bei unzähligen Ausstellern auf der Hannover Messe anschauen.

Erschwerend komme hinzu, dass der Anteil der Kraftwerke, die rund um die Uhr Strom erzeugen können, in den nächsten Jahren stark sinken werde.

Wollen wir hier wirklich den Atomausstieg rückgängig machen?

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2 Gedanken zu “Wilde Hilde rechnet ab

  1. Hi Thorsten, mir ist unklar zwischen wem da eine Zusammenarbeit stattfinden soll. Du schreibst: Der Schaltzustand ist entweder “An” oder “Aus” und wird zentralistisch von der Politik des Lobby Verbandes geführt.

    Dies ist das blanke Gegenteil der Akteursdiversität. Solang von oben nach unten bestimmt werden will sehe ich keine Grundlage zur Kooperation. Bei einem Miteinander müsste diese schamlose Arroganz des Dominierens aufhören und eine Arbeit mit sehr vielen auf Augenhöhe beginnen. Beteiligung ist mehr als 500 € anlegen zu dürfen.

    In dem verlinkten Artikel hast Du geschrieben, dass die Last eines Tages nachgefahren werden kann. Heißt das, dass die Drecksschleudern mit 24 Stunden Vorlauf 20 – 100% ausgleichen können?

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