Jeden Tag kommt es zu kleineren oder größeren ungeplanten Nichtververfügbarkeiten im Kraftwerkspark der Stromanbieter. Wie schwerwiegend einer solchen Einspeiseunterbrechung lässt sich kaum abschätzen, da viele Rahmenparameter unbekannt sind. Mit Hilfe der Data-Cloud von blog.stromhaltig stehen nun etwa 48 Stunden nach dem Ausfall alle Daten für einen Versorgungssicherheit Nachweis bereit. In Zukunft soll ein Ampelsystem helfen sehr schnell eine Bewertung des Schweregrads vorzunehmen.

Beispiel: Grosskraftwerk Mannheim GKM – 16.04.15 07:48 – 18.04.15 00:00 – Einschränkung von 549MW

Bereits heute verwendet blog.stromhaltig  eine vollständig automatisierte Überwachung der Zuverlässigkeit des Netzbetriebes und der Stromerzeugung in Deutschland und liefert damit Marktakteuren und interessierten Bürgern Hintergrundinformationen zur Stromversorgung. Die Redaktion ist Mitglied der Transparency User Group des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber.

Fallen 549 MW Einspeisung in das Stromnetz aus, so kann dies relativ leicht durch die vorhandenen Kapazitäten der Regelenergie abgefangen werden. Unmittelbar nach dem Ereignis wird zunächst die Primärregelenergie die Netzfrequenz fangen, welche durch den Ausfall absinkt, bevor die noch am Netz befindlichen Kraftwerke die Frequenz wieder stabilisieren. Mittels des sogenannten Recovery Momentum wird das Stabilisierungspotential des Netzes angezeigt, wobei das Stromnetz als ein sich selbst stabilisierendes System angesehen wird.

VSN: GKM Ausfall

Beginn der Einspeiseunterbrechung 16.04.15 07:48
Netzlast (Gesamt) 60640 MW Anteil 0.9%
Netzlast (Residual) 51145 MW Anteil 1.1%
Maximale Auswirkung 17.04.15 04:15
Netzlast (Gesamt) 46456 MW Anteil 1.2%

Fällt die Netzfrequenz als ein Indikator für den Schweregrad aus, so bleibt die Bewertung des Ereignisses auf Basis der vorhandenen Netzlast. Ein Ausfall bei relativ geringer Netzlast wie zum Beispiel die Ausfälle am Pfingstmontag 2014 sind dabei deutlich schwieriger zu handhaben. Die Daten aus der Tabelle können somit interpretiert werden als: Zum Zeitpunkt der Einspeiseunterbrechung hatte das Großkraftwerk Mannheim 0,9% des Stromes in Deutschland geliefert.

Von der Betriebsführung der Photovoltaik und Windkraftanlagen, werden diese meist mit 100% ihrer Möglichkeit betrieben. Eine Erhöhung der Einspeisung kann von diesen Anlagen daher nicht auf Abruf stattfinden. Zu Kompensation des Ausfalls muss deren Erzeugung aus der Gesamtnetzlast abgezogen werden. Man spricht von der Residuallast.

Ampelsystem

Grün

Kleinere Einspeiseunterbrechungen, die unter 1% der Residuallast fallen. Bei diesen Ausfällen wird keine weitere Aktion veranlasst.

Gelb

Alle Ausfälle, bei denen mindestens 1% der Residuallast ausgefallen ist. Eine Nachverfolgung dieser Ereignisse kann erfolgen,  sollte innerhalb eines Zeitraums von 120 Minuten zu mindestens 2 dieser Ereignisse kommen.

Rot

Bei einem Ausfall von mehr als 2% der Residuallast erfolgt immer eine Nachverfolgung. Diese Besteht mindestens aus der Sicherung der Frequenzdaten und der Untersuchung der Ursachen beim Betreiber. Zusätzlich können Daten zu Steuerrungseingriffen des Übertragungsnetzbetreibers angefragt werden.

Das Ereignis in am Kraftwerk in Mannheim wird mit der VSN Stufe „Gelb“ bewertet.

 

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