Die Verstromung von Braunkohle ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht weiter rentabel und verursacht neben Klimaschäden einen volkswirtschaftlichen Schaden.

Im Zuge dieser Denkschrift werden Forderungen gestellt, um Kosten und Gefahren vom Bürger und Industrie abzuwenden.

Die Umsetzung dieser Forderungen muss mit höchster  Priorität behandelt werden und kann nicht auf die beim Bundes Wirtschafsministerium anhängige Fertigstellung des Weißbuches „Strommarkt der Energiewende“ warten.

Sofort Maßnahmen

  1. Stilllegung der Kraftwerke Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Schkopau und Lippendorf
  2. Überführung der direkt abhängigen Beschäftigten in eine Auffanggesellschaft
  3. Angliederung der Auffanggesellschaft bei den Übertragungsnetzbetreibern
  4. Verrechnung der Kosten für die Auffanggesellschaft über die Netzentgelte

Sachverhalt

In Deutschland existieren zur Zeit 60 Braunkohlekraftwerke zur Stromerzeugung. Beim Stromhandel können die in diesen Kraftwerken erzeugten Strommengen zu einem günstigen Preis angeboten werden, obwohl physikalisch nicht genügend Leitungskapazitäten für den Transport zu den Verbrauchszentren vorhanden sind. Damit eine Überlastung verhindert wird, ordnen die Übertragungsnetzbetreiber einen sogenannten Re-Dispatch an, dessen Kosten über die Netzentgelte auf alle Stromkunden umgelegt wird.

Problemstellung

Ein Mega-Watt-Stunde im Redispatch kostet 85,71€ (Börsenwert: <40€)

In den Monaten Januar/Februar 2015 verursachten die Re-Dispatches der Übertragungsnetzbetreiber Kosten in Höhe von 98.272.446€. Die dabei umverteilte Strommenge betrug  auf Seite der Reduktion 1.146.526 MWh (= Richtung: „Wirkleistungseinspeisung reduzieren“) . Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass 767.575 MWh von den Kraftwerken Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Schkopau, und Lippendorf reduziert wurden. Die unmittelbar diesen Kraftwerken zuzuordnen Redispatch Kosten belaufen sich auf  65.791.332€ in den beiden Monaten.

Fachlicher Hintergrund

Durch die sogenannte Merit-Order erhalten beim Handel diejenigen Kraftwerke häufiger den Zuschlag, die mit geringen Grenzkosten betrieben werden. Als Ergebnis des Handels entsteht ein Fahrplan, welcher regelt zu welchen Zeiten welches Kraftwerk einspeisen kann. Erkennen die Übertragungsnetzbetreiber, dass die Leitungen zwischen Erzeugung und Verbraucher nicht ausreichen, um den Strom zu transportieren, so führen sie einen Re-Dispatch durch.

Bei einem solchen Re-Dispatch wird das Kraftwerk vor dem Engpass angewiesen seine Leistung zu reduzieren, ein anderes Kraftwerk hinter dem Engpass die Leistung zu erhöhen. Im Zuge der Auswertung der Re-Dispatches wurde aufgezeigt, dass die genannten Braunkohlekraftwerke einen Vorteil im Stromhandel erzielen, dessen Kosten die Solidargemeinschaft der Stromkunden trägt. Bei einer Abschaltung der Kraftwerke kommt zu keinem lokalen Engpass durch Mangel an Wirkleistung, denn die Zeiten und Menge der Redispatches fallen auch in die Zeiten der Spitzenlast.

Ökonomische Begründung

Den Kraftwerken  Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Schkopau, und Lippendorf können etwa 4.500 abhängig beschäftigte zugeordnet werden. Hinzugerechnet werden auch die Mitarbeitet in der Förderung der Braunkohle. Setzt man etwa 30 Millionen Euro an monatlichen Kosten fest, so stehen jedem Beschäftigten über 6.000€ zur Verfügung. In dieser Betrachtung wurden die bereits getätigten Rückstellungen für Renaturierung nicht eingerechnet, welche einen Teil der Beschäftigten weiterhin tragen würde.

Fazit

Eine sofortige Stilllegung der Kraftwerke Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Schkopau, und Lippendorf kommt den Stromkunden günstiger, als der Betrieb.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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