Per Crowdsourcing die Stromkosten decken…

„An anti-poverty program in Austin enables peer-to-peer energy sharing thanks to smart grid and Internet technologies.“ (schreibt EE-Times)

Ein sehr spannendes Projekt, welches letzte Woche unter der Bezeichnung Gridmates vorgestellt wurde und zeigt, was das Smart Grid tatsächlich leisten kann. Per Mausklick kann man Strom an einen anderen Haushalt verschicken, welcher sonst die Kosten nicht tragen kann. Spannend ist, dass man nicht nur neuen Strom kaufen kann, sondern auch durch einsparen im eigenen Haushalt ein Anrecht zum Versenden erhält.

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Im vergangenen Jahr hatte blog.stromhaltig ein Startup aus Deutschland vorgestellt, welches sein Produkt als Volkskraftwerk bezeichnete. Die Pläne waren einfach beschrieben, wenn ein Stromkunde seinen Verbrauch zum Beispiel auf die PV-Einspeisung ausrichtet, so wird real für diesen Kunden in der Nacht zuviel Strom ins Netz eingespeist (und am Tag zu wenig). Daraus lässt sich ein Arbitrage-Geschäft bauen, dessen Profit man dem Allgemeinwohl zuführen kann.

Gridmates geht bei ihrem Vorhaben noch einen Schritt weiter. Man will einen neuen Anreizfaktor für den reaktiven Stromkunden, welcher nicht direkt Geld als Währung kennt. Die bislang umgelegte Strommenge ist zwar mit 528 MWh noch sehr gering, allerdings hat man sich als erstes Etappenziel auch nur 1GWh gesetzt und eine sehr dedizierte Gruppe in der Mobile Loaves & Fishes’ Community First! Village (s.h. Video).

Aus Sicht von Deutschland ist es wirklich beachtlich, welche andere Lösungen aus einem Smart Grid gewonnen werden können. Wir mögen zwar in diesen Tagen den 15. Geburtstag eines liberalisierten Strommarktes feiern, jedoch sind wir Meilen davon entfernt, dass ein Projekt wie Gridmates in Deutschland zulässig sein würde.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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