MaSTR-Plan – Einreichungen liegen auf dem Tisch – Datenqualität gewinnt

Frage: Soll die Datenqualität…. abgesichert werden?

„Aufgrund der hohen Relevanz korrekter Daten für die Energiewende ist dies zu begrüßen.“ (Quelle: Stellungnahme BITKOM)

Ende 2014 hatte die Bundesnetzagentur die Marktteilnehmer aufgefordert ihre Stellungnahmen zum Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter (MaSTR) einzusenden. blog.stromhaltig hatte mit dem Hinblick auf Transparenz und Daten-Journalismus eine Einreichung ausgearbeitet. Insgesamt sind 22 Meldungen eingegangen, die ein weites Spektrum von BITKOM über Verband der Chemischen Industrie  bis zu EWE Netze abdeckt. Sehr viel Rat, die nun konsultiert und konsolidiert werden muss. Über eines sind sich die Akteure einig: Marktstammdaten sind wichtig und müssen richtig und verlässlich sein, doch gerade dabei ist noch viel Sand im Datengetriebe.

Am späten Dienstag Abend erreichte die Redaktion der Anruf eines Branchen-Insiders. Er habe die aktuellen Zubauzahlen der BNetzA einmal näher angesehen und findet immer neue „Ungereimtheiten“.  Tatsächlich hatte eine Datenanalyse der PV-Stammdaten, also der gemeldeten PV-Anlagen – im vergangenen Jahr bereits eine sehr große Unstimmigkeit ergeben. Im August 2014 konnte man bei den Übertragungsnetzbetreibern 1,2 Millionen Anlagen zählen, bei der BNetzA 1,3 Millionen – hat man die beiden Listen allerdings zusammen gebracht, so kam man auf 1,8 Millionen Anlagen.  Wichtig?

Im Bereich der PV-Stammdaten kann es noch Liebelei sein, spätestens wenn es um den Fluss von Geldern oder auch die Betriebssicherheit des Stromnetzes geht, sollte der Spaß zu Ende sein. Das Problem, welches sich herauskristallisiert ist die Fortschreibung der Fehler, die sich bereits in der Vergangenheit eingeschlichen haben.

Ein Beispiel:

Auf der Seite der Transnet BW findet sich ein Eintrag zu einer PV-Anlage in 35794 Mengerskirchen. Dieser Ort liegt im Zuständigkeitsbereich der Amprion. In der entsprechenden List   findet man diese Anlage nicht mehr. Frage: Existiert die Anlage noch?

Der Verband der Chemischen-Industrie bringt es eigentlich auf den Punkt, warum etwas geschehen muss. Gefragt nach dem Nutzen lautet die Antwort der Lobby-Gruppe:

Seitens des VCI sind signifikante Vorteile eines MaStR nicht ersichtlich, da die Daten der jeweiligen Kunden der Marktteilnehmer diesen ohnehin bekannt sind und Energiehändler bereits individuelle Lösungen für die interne Datenverwaltung geschaffen haben

Frei übersetzt: wer genügend Geld hat, der kauft sich die richtigen Daten zusammen. Die Öffentlichkeit/Bürger soll mit dem Schrott leben, der vorhanden ist. Rückschlüsse, die aus den Daten gezogen werden sind zwar falsch – machen aber auch keine Revolution. Selbst dann nicht, wenn der Strompreis von Millionen von Haushalten in der Konsequenz falsch berechnet wurde. Oder: Diese Industrie will lieber ihre Schätze in den Marktdatenheben, anstelle den Markt als Gut der Öffentlichkeit zu sehen.

(Beitragsbild blickpixel @ pixabay)

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