Ca. um 10.00 Uhr fiel in der gesamten Türkei bis auf den am Iranischen Netz hängenden Bereich Anatolien und bis auf wenige Städte, in denen die Kraftwerke im Inselbetrieb weiterliefen, der Strom aus. Der Blackout dauerte bis 13.00 – 22.00 je nach Region. Die Ursache war (vermutet) ein Wasserschaden in der Schaltzentrale in Izmir (es gibt auch andere Spekulationen). In den Tagen vor dem Blackout gab es stark erhöhte Niederschlagsmengen in der Südwest-Türkei, so dass die Annahme richtig sein könnte.

Die Produktionsbetriebe und auch die Strom-getriebene Transportlogistik (U- und S-Bahnen) kamen nach Medienberichten weitgehend zum Erliegen. Es war der erste flächendeckende Stromausfall seit 15 Jahren. Nach Auskunft von Hotel-Personal und Reiseleiter kommen kurzzeitige Ausfälle häufiger vor.


att82b63Das Türkische Netz ist schwach ausgebaut bis auf eine 400kV-Strecke mit Parallele vom Atatürck-Stausee im Südwesten über Ankara nach Istanbul.

Die gesamte Kraftwerks-Kapazität ist fast 60.000 MW, davon ca. 1/3 Wasser und 1/3 Gas, mit einem Jahresverbrauch von fast 50% Deutschlands. (ca. 60 mio Einwohner, BIP allerdings nur ca. ¼ des Deutschen BIP)

An besagtem Tag fuhr ich im Bus von Denizli nach Antalya mit mehrfachen Pausen für Lunch und Sightseeing in Museen. Von dem Blackout erfuhren ich keinerlei Auswirkungen: Tankstellen, Hotels, Restaurants, Mautstellen hatten normalen Betrieb – der Reiseleiter gab einige Informationen zum Blackout. Beim Gang durch die Hotelstrassen nach der Ankunft war der Lärm der Notstrom-Aggregate unüberhörbar. Um 18.50 bemerkte ich in meinem Hotelzimmer eine Strom-Unterbrechung von ca. 5 Sekunden, die Nachfrage bei der Rezeption bestätigte, dass soeben das Netz wieder in Betrieb sei und man bei der Umschaltung der Inhaus-Netzsegmente sei. Die Dämmerung setzte ein im Speisesaal dauerte die Umschaltung.

(Text/Bild von Heinrich Duepmann NAEB e.V.)

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