Beim Telefonat mit Gridmates, einer Lösung um Energiearmut zu bekämpfen (wurde hier berichtet), wunderte sich der Chef Dr. George Koutitas, dass in Deutschland die ärmsten den teuersten Strompreis zahlen und die reichsten keine Möglichkeit haben ihnen den Strom zu finanzieren. Es ging um die sogenannte Grundversorgung, einem Tarif in dem alle Stromkunden landen, die keine Chance haben in einen anderen Tarif zu wechseln. Fehlende Bonität, mangelndes wirtschaftliches Verständnis, oder sogar Unstimmigkeiten wer welchen Strom bei einem Mietverhältniszahlt. Die Paritätischen Wohlfahrtsverbände laufen bereits einige Jahre Sturm, wenn es um die Grundversorgung geht. Die Grundversorgung sind Sozialtarife, bei denen Mutti vorbei kommt und das Licht ausschaltet.

„Bislang haben zu wenige Versorger die stark gefallenen Großhandelspreise weitergegeben. Wir wollen die Versorger zwingen, ihre Preisgestaltung offen zu legen“, sagte Michael Fuchs (CDU), Vize-Chef der Unions-Bundestagsfraktion, der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe).

Was klingt wie die Einsicht, dass man Strom heute deutlich günstiger produzieren kann als noch vor einigen Jahren, bezieht sich auf die Grundversorgungstarife, die weit weg von Börse und Großhandel sind.

Der Strompreis kann im bestehenden Martkmodell nur konstant bleiben. Mit einem Dezentralen-Leistungsmarkt würde der Strompreis sogar noch steigen – zumindest für die meisten Stromkunden. Großhandelspreise sind keine Endkundenpreise, da darin lediglich die Kosten der Erzeugung in Geldwert ausgedrückt wird, nicht aber die Kosten der Stromlogistik. Wenn ein Kraftwerk keine Kunden findet, dann müssen diejenigen Stromkunden zahlen, die keine Rabatte oder Reduktionen in ihren Tarifen verankert haben. Es gibt viele Rabatte, bei denen die Privilegien der EEG-Umlage nur ein Thema gewesen ist. Sondertarifkunden sind keine Grundversorgten, RLM-Stromkunden auch nicht.

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Auch bei der Stromversorgung klafft eine Schwere zwischen Arm und Reich – Großkunden und Kleinstkunden. Bei der Liberalisierung wurde zwar einer sehr großen Schicht die Möglichkeit eingeräumt den Anbieter zu wechseln, es wurde aber versäumt auch einen Markt zu schaffen, bei dem der Strom gekauft werden kann. Eine Preisschwankung um 1 ct/KWh erlaubt keine Spielräume für Wettbewerb. Erst wenn man sich vom Diktat des Standardlastprofils lösen kann, gibt es Freiräume für clevere kaufmännische Entscheidungen. Eine Internetplattform, bei denen man die Einkaufspreise der Stromanbieter sehen kann, kann zwar transparent sein, gibt es aber mit der Webseite der EEX und der EPEXSpot bereits.

Was hilft mehr Transparenz an der falschen Stelle, wenn 100 Millionen Euro Redispatch-Kosten für Braunkohle in 2 Monaten auflaufen? Verteilt werden müssen diese Kosten – aber bitte an die Verursacher, nicht an die Kleinstverbraucher. Halbes Netzentgelt und Konzessionsabgabe, 7% Umsatzsteuer auf Strom in Sozialtarifen – das sind Punkte die ankommen würden und zudem fast nichts kosten.

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CDU will Strompreise diktieren
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" Wir wollen die Versorger zwingen, ihre Preisgestaltung offen zu legen" meint Fuchs (CDU) - tatsächlich wird Grundversorgung mit den liberalen Stromtarifen verwechselt.
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