Am Montag und Dienstag zieht da Sturmtief Niklas über Deutschland. Ein Ereignis, welches auch nicht am Stromnetz vorbei geht. Der Übetragungsnetzbetreiber Tennet TSO hat bereits eine Pressemitteilung veröffentlicht, bei der Eingriffe in den Betrieb von Offshore und Onshore Windparks angedeutet werden.

Weiterhin geht TenneT davon aus, im Verlaufe des heutigen Montags zusätzlich etwa 450 Megawatt Windkapazität im Norden abregeln zu müssen, um Transportengpässen im stark belasteten Übertragungsnetz vorzubeugen. Sowohl die Eingriffe in die konventionelle Erzeugung als auch in die Windkraft sind Notmaßnahmen. Sie sind nicht geeignet, die Versorgung auf Dauer zu sichern. Zudem erzeugen sie erhebliche Kosten, die auf den Stromkunden umgelegt werden.

Es wird abgeregelt, damit es nicht zu Transportengpässen kommt, dabei könnte man auch einen Teil des Stroms einfach verschenken an Stromkunden.

Die Karte der Unwetterzentrale ist in einheitlichem Rot: „Warnung vor starkem Unwetter“. Schuld trägt das Sturmtief Niklas, welches direkt hinter dem Tief Mike sehr hohe Windgeschwindigkeiten nach Deutschland bringt. Die meisten Windräder stehen in Norddeutschland, wo es zusätzlich die Anbindung für die Anlagen im Meer gibt.  Der zuständige Übertragungsnetzbetreiber rechnet mit einer Einspeisung von 30GW, eine Menge die sofort und unmittelbar zum Kunden gebracht werden muss, denn das Netz kann nicht speichern. Ob zuviel Strom im Netz ist erkennt man zunächst an einem Ansteigen der Netzfrequenz, bei genauer Betrachtung stellt man für die Mittagsstunden des Montags bereits eine allgemeine Erhöhung fest, die sich am frühen Abend wieder normalisiert.

Hybridstrommarkt - für die Energiewende in Bürgerhand
Hybridstrommarkt – für die Energiewende in Bürgerhand

Es ist ein logistisches Problem, welches durch die Netzbetreiber gelöst werden muss. Praktisch kann man sich dies so vorstellen, dass jeglicher Strom, der nicht verbraucht wird weiter transportiert werden muss. Kommt es auf dieser Strecke zu einem Engpass, da nicht genügend Leitungen vorhanden sind, so muss an der Quelle abgeregelt werden. Dies ist in ganz Deutschland ein erprobtes Szenario, welches mehrfach im Jahr praktiziert wird. Es ist aber auch die unwirtschaftlichste Lösung, denn es wird an irgend einer Stelle Energie vernichtet.

Anstelle den Strom über eine weite Strecke zu transportieren könnte auch der Verbrauch gesteigert werden. Da Sturmtiefs mit einer gewissen Regelmäßigkeit zutreffen, würde sich für Norddeutschland ein Standortvorteil entwickeln. Dreh- und Angelpunkt sind die Kosten der Stromlogistik die im bisherigen Marktdesign nicht berücksichtigt werden. Das Festhalten an einer Preiszone für Deutschland ist zwar generell richtig, jedoch darf dies nicht zu einer Verallgemeinerung der Stromlogistikkosten führen.

Das zuständige Bundesministerium, Betreiber und Interessensverbände haben es bis heute nicht geschafft eine Möglichkeit zum Demand Side Management zu etablieren. Bei unseren europäischen Nachbarn ist man in dieser Hinsicht deutlich weiter.

Beim Hybridstrommarkt  gibt es eine verursachergerechte Aufteilung der Kosten für Netze ebenso werden Impulse für den Stromverbrauch vom Markt gesendet. Das Modell wurde im Februar 2015 dem Bundes Wirtschaftsministerium nach zweijähriger Entwicklung ausgehändigt. Beim Sturmtief Niklas hätten bereits erste Elemente des Designs verprobt werden können und so einen weiteren Anstieg der Kosten für private Stromkunden verhindert werden.

Tennet zeigt die Dringlichkeit:

 Zudem erzeugen sie erhebliche Kosten, die auf den Stromkunden umgelegt werden. Alleine bei TenneT fallen pro Jahr für solche Eingriffe 250 Millionen Euro an.

 

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