Die Energiewende muss im europäischen Kontext gedacht werden. Darüber sind sich alle einig, die Zahlen für 2014  belegen, dass Deuschland zwar auf einem guten Wege ist, eine Integrationsrolle für die Stromversorgung zu übernehmen, jedoch ein weiterer Ausbau der Netzkopplung vorangetrieben werden sollte.

Stromexport 2014

2014_de_power_exchange_exportAuffallend ist, dass gerade in den Monaten mit wenig Strom aus Erneuerbaren der Export besonders hoch ist. Der Winter 2013/2014 war relativ mild, dennoch hatten die Netzbetreiber eine beachtliche Kapazität an Reservekraftwerken gesichert, die sich in der Exportbilanz als Überschuss erkennen lässt.

Es ist allerdings auch davon auszugehen, dass die Energieeffizienz hier bemerkbar ist. Historisch steigt in Deutschland der Stromverbrauch nur geringfügig bei kühlen Temperaturen an, da der Einsatz von fossilen Brennstoffen für Heizungen noch recht verbreitet. Elektrische Energie wird nur wenig für die Deckung des Wärmebedarfs benötigt.

Die meisten Kapazitäten zur Nezkopplung hat Deutschland mit Österreich, dort wird zum Beispiel der Pumpstausee Kaprun als Saisonspeicher verwendet. Ein Blick auf den Dezember 2014 als Rekordexport zum südlichen Nachbarn, ist eine Alarmsignal für den drohenden Marktkollaps durch Überkapazitäten in Deutschland.

Stromimport 2014

2014_de_power_exchange_importGegenläufig zum Export 2014 entwickelte sich der Import von elekrischer Energie aus den Nachbarländern. Im PV-Reichen Monat Juli und August, bei dem zusätzlich der Bedarf in Deutschland wegen der Urlaubszeit relativ gering gewesen ist, zeigen die Werte ein Maximum.

Zur Analyse sollte allerdings bedacht werden, dass in den Monaten Juli und August sehr viele konventionelle (thermische) Kraftwerke in Deutschland ihre geplanten Revisionen haben.

Wegen der zentralen Lage von Deutschland in der Mitte Europas ist ein isolierter Blick auf Export/Import nur selten zielführend. Es wurde daher eine Auswertung nach Ländern unterlassen, da Stromhandel zum Beispiel zwischen Frankreich und Polen doppelt in die Statistik eingehen.

Rolle der Netzkopplung 2014

Als Fazit kann der Austausch von Strom mit den Nachbarländern  als eine Rücksicherung der fossilen Kraftwerke gesehen werden. Bereits vorhandene Überkapazitäten treffen im Binnenhandel auf keine Nachfrage (mehr). Grenzüberschreitende Stromflüsse sind ideale Absicherung der Wartungsarbeiten und betriebsbedingten Einschränkungen des thermischen Krafwerksparks.

 

 

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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