Malerisch ragen die Schornsteine des Kraftwerks Irsching in den Himmel, fügen sich ideal in das Bild der Landschaft. Die  Bewohner der Stadt Vohburg an der Donau wissen, wenn sie die Türme sehen, dann ist Heimat.

Geht es um den Mitbetreiber E.ON, dann könnte damit bald Schluss sein. Über die Stillegung des Kraftwerks, wird nachgedacht und kaufmännische Fehler der Vergangenheit, der Zukunft der Energiewende in die Schuhe geschoben.

Aufgrund unvorhergesehener Nichtverfügbarkeiten von vier Kraftwerken in Süddeutschland, zwei aus technischen Gründen (Irsching 5 und Staudinger 5), eines wegen unzureichender Gaskapazitätsbuchungen und einem Anfahrverbot des Kraftwerks Ingolstadt wegen hoher Belastung des Anschlussnetzes, konnte das erforderliche Redispatchpotential in Süddeutschland nicht mobilisiert werden. (Netzsituation 2012)

Der Betrieb eines Gaskraftwekes in Bayern ist schwierig, wenn günstiger Braunkohlestrom aus Ostdeutschland die heimische Stromerzeugung verdrängt. Das Optimierungspotential wurde in den vergangenen Jahren bereits ausgeschöpft.

Gebt uns mehr Geld für unsere Gaskraftwerke, oder wir lassen Euch bei der Energiewende hängen. Das ist, zwischen den Zeilen, die Drohung von Eon. Der Energieversorger ist wirtschaftlich ziemlich angeschlagen und will keine Kraftwerke betreiben, die nur Verluste erwirtschaften. (BR-Online)

Würde es um eine andere Branche gehen, als die Stromwirtschaft, hätte man kaum Mitleid mit E.ON. Das Kraftwerk liegt ganz in der Nähe zur Audi Produktion und hat im gleichen Ort Bayernoil, beides potentielle Kunden, an die man den Strom verkaufen könnte. Langfristige Lieferverträge sind in der Branche nicht unüblich, sobald der Kunde den Status „Sondertarifkunde“ erreicht hat. Stattdessen versucht man scheinbar sein Glück auf dem Markt der Flexibilitätsanbieter und erklärt die Bundespolitik zum Sündenbock. Order will man Argumente für die 2-X Bayern Formel liefern?

Bei der Frankfurter Rundschau durchschaut man die Werbetrommel des Unternehmens nicht so ganz und lässt sich für die Ziele des Unternehmens instrumentalisieren….

Die Betreiber konventioneller Anlagen sollen Geld dafür erhalten, dass sie Erzeugungskapazitäten für die Zeit bereithalten, in der die Ökostrom-Produktion stockt – also für jene Phasen, in denen der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.  (Quelle)

Gibt es in Deutschland so etwas wie Vertragsfreiheit? Darf man sein produziertes Gut nicht an Großkunden verkaufen?

Mein Mitleid geht an die Marktwirtschaft.

Diesen Beitrag offline lesen
Inhalt nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen Sie auf das Banner
Noch keine Stimmen.
Bitte warten...

Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

Inhalt nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen Sie auf das Banner

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen