Vor gut zwei Jahren hatte blog.stromhaltig bereits das Thema Redispatch sehr ausführlich durchgerechnet und festgestellt, dass bei diesem Eingriff in die Kraftwerksfahrpläne auch ein Mengenunterschied ensteht.

Es sei an dieser Stelle vorgewarnt, dass es in diesem Beitrag keine richtige Antwort gib, aber die Vermutung, dass es Strom gibt, der doppelt durch die Kunden bezahlt wird.

Das Ergebnis der Handelstätigkeit, ist eine Zuordnung von Strommengen über welche Kraftwerke in das Stromnetz einspeisen und welche Verbraucher entnehmen. Es ergeben sich theoretische Lastflüsse, die letztendlich auch durch die Leitungen transportiert werden sollen. Stehen nicht ausreichend Leitungen zur Verfügung, so können die Übertragungsnetzbetreiber einen Redispatch (Umverteilung) anordnen. Ein Kraftwerk vor dem Engpass muss reduzieren, ein anderen hinter dem Engpass muss erhöhen. Eigentlich ist die Bilanz (Ergebnis des Handels) ausgeglichen.

Bereits vor zwei Jahren wurde festgestellt, dass die Summe der Wirkarbeit von Redispatches eine etwa 10% Erhöhung der gelieferten Strommenge zur Folge hat. Diese Menge ist nahezu konstant. Vor einigen Monaten hatten die Übertragungsnetzbetreiber auf ihrer Webseite einen Hinweis ergänzt:

Neben den genannten Gründen führen Bilanzabweichungen von Redispatcheinsätzen durch technisch bedingte Anfahr- und Abfahrrampen und börsliche Gegengeschäfte dazu, dass die veröffentlichten Redispatch-Energiemengen nicht ausgeglichen sein können. (Quelle)

Die Kosten für den Redispatch werden auf die Netzentgelte umgelegt. D.h. die Strommenge die nun zusätzlich vorhanden ist (ca. 10% der Wirkarbeit) ist eigentlich bereits bezahlt.

Ein kleines Rechenspiel:

Da die Kosten für den Redispatch allerdings bereits in den Netzentgelten durch den Kunden bezahlt wird, kommt es quasi zu einer Doppelbezahlung der 10%.

Worin liegt die Motivation diese Frage zu beantworten?

In den letzten 24 Monaten meldeten die Übertragungsnetzbetreiber eine  Bilanzabweichung von 204.250.000 KWh. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,28€/KWh entspricht dies immerhin noch 57.190.000€, die den Stromkunden eventuell doppelt belastet wurde.

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