Bekannt ist, dass die Kosten für den Aufbau eines Kapazitätsmarktes in Deutschland die Verbraucher mit zusätzlichen Kosten belasten würden. Im Marktdesign des VKU und BDEW – der sogenannte Dezentrale-Leistungsmarkt – sollen die Stromanbieter verpflichtet werden, zusätzliche Versorungssicherheitsnachweise einzukaufen, damit die Probleme in der Betriebsführung behoben werden können. Im Jahre 2016 wird ein sehr ähnliches Modell in Frankreich eingeführt mit durchaus positiver Wirkung auf die Deutschen Stromkunden.

Wie eine gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation am Donnerstag mitteilt,  hat die Einführung eines Kapazitätsmarktes in Frankreich eine preissenkende Wirkung für die Stromverbraucher in Deutschland. Als Ursache wird genannt, dass die bestehenden Preisspitzen an den Spotmärkten durch den Rückgriff auf die Kapazitäten abgefedert werden.

Vereinfacht kann man sich dies so vorstellen, dass für Stromhändler in Frankreich ab einem gewissen Preis der Strom an der Börse teurer ist, als die Inanspruchnahme von Reserven.  Durch die Kopplung der Märkte geht die Nachfrage in Frankreich zurück, wodurch der Preis in Deutschland zurück geht.  Bislang kommt es nur selten zu einer Verknappungssituation – ab dem Jahr 2023 rechnet die Initiative mit 6 Ereignissen pro Jahr.

Die Präsentation der Initiative zeigt auch, dass die Kontrollen der Zuverlässigkeit von Kraftwerken verschärft werden müssen.

 „Das französische Modell ist weitaus rigider, wenn es darum geht, die Verfügbarkeit von Leistung zu Zeiten mit Knappheit nicht nur anzureizen, sondern auch durchzusetzen. Wollte man den dezentralen Leistungsmarkt in Deutschland umsetzen, müsste man sicherlich ähnlich wie in Frankreich stärkere Überwachung und Kontrollen einführen als bisher diskutiert“, betont Graichen.

Ein durchaus berechtigter Einwand, der bei einem Ausfall von 16,6% ungeplanter Verfügbarkeit von Erdgaskraftwerken in Deutschland eine Brisanz annimmt.

„Hier stellt sich die Frage, inwieweit deutsche Kraftwerke, die am französischen Kapazitätsmarkt teilnehmen, dann noch für die deutsche Stromversorgung zur Verfügung stehen können“, sagt Graichen.

Erstellt wurde die Studie der Initiative durch das Beratungsunternehmen DNV-GL.

 

(Beitragsbild: iStock Photos  / via CMBlogger)

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