Die Mitarbeiter des Unternehmens Energy Brainpool hatten im Dezember 2014 dem Bundes Wirtschaftsministerium eine Kurzstudie zur Verwendung der Spotmarktpreise bei der Umsetzung einer variablen EEG-Umlage geschrieben. In einem Gutachten, welches blog.stromhaltig exklusiv vorliegt, wird nicht nur auf die geringe Netzdienlichkeit hingewiesen, sondern auch auf die Gefahr eines Kollapses des Strommarktes.

Die Erzeugungspreise für elektrische Energie machen lediglich ein Drittel der Endpreise des Stroms aus. Der größte Anteil teilen sich die Kosten für die Stromlogistik und Netzdienste, sowie Abgaben, Umlagen und Steuern. Damit ein Markt funktionieren kann, muss bei Knappheit entsprechende Signale vom Markt ausgehen, die durch einen steigenden Preis die Nachfrage bremsen. Bei einer rein auf die Erzeugungskosten ausgerichteten Handel ist der Hebel zu gering, um tatsächlich eine Wirkung auf die Nachfrage zu entfalten.

Im Frühjahr 2014 hatte unter anderem Fraunhofer nach einer weiteren Möglichkeit gesucht den Strompreis dynamischer zu gestalten. In der Folge sind zwei Szenarien entstanden, bei denen die EEG-Umlage jeweils eine aktive Rolle spielt. Beim jetzt von Energy Brainpool untersuchten Verfahren wird die EEG Umlage entsprechend des Börsenstrompreises (PHELIX/Spotmarkt) verwendet und die Umlage dynamisiert.

Das Gutachten, welches blog.stromhaltig nun vorliegt, legt nahe, dass dem zweiten damals entwickelten Szenario der Vorzug gelassen werden sollte. Wichtigster Kritikpunkt bei der Börsenpreis Variante ist die einheitliche Dynamik der EEG-Umlage innerhalb einer großen Preiszone mit entsprechender Volatilität. Nach Angaben der Sachverständigen führt ein solches Modell zu börslichen Gegengeschäften, die dem Ziel einer Dynamik entgegenstehen.

Ebenfalls wird angemerkt, dass eine Einführung basierend rein auf Unternehmen und Sondertarifkunden zu einer Diskriminierung der Kleinabnehmer führt. Ein Modell, welches mögliche Dynamik nur auf einige Segmente zulässt, führt zu einer weiteren Verzerrung der Stromwirtschaft insgesamt und könnte langfristig zu einem Auseinanderfallen der Solidargemeinschaft „Öffentliches Stromnetz“ führen.

Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass eine dynamische EEG-Umlage generell wünschenswert ist, jedoch einen lokalen Parameter als Basis verwenden sollte. Genannt werden Algorithmische Lösungen wie der Grünstromindex welche individuelle Werte für jedes Verteilnetz erlauben und damit auch die Infrastruktur – somit die Kosten der Stromlogistik und Netzdienste – mit einbeziehen kann.

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