Wie der Kraftwerksbetreiber RWE den Marktteilnehmern mitteilt, musste in der Nacht von Samstag auf Sonntag innerhalb von wenigen Minuten gleich zwei Kraftwerke ungeplant vom Netz genommen werden. Die fehlende Einspeisung  summierte sich auf 1.206 MW und entspricht damit etwa dem Ausfall eines Atomkraftwerkes. Als Ursache nennt der Betreiber aktuelle „Technischer Fehler“.

Für das Kraftwerk in Niederaußem/Bergheim (BoA 1) wird um 03:24 im Block K eine Einschränkung von 915MW gemeldet, die bis Montag 05:00 Uhr bestehen soll. Für Neurath Block C (Grevenbroich) kommt es ab 03:29 bis 08:00 zu einer Nichtverfügbarkeit von 291 MW.  Bereits am Samstag Abend kam es am Block D in Neurath zu einer geringen Minderleistung von 10MW, die bis  Sonntag Abend besteht.

Ein Zusammenhang zwischen den Ausfällen kann zunächst nicht erkannt werden. Auch scheint es keinen Zusammenhang zu den geplanten Wartungsarbeiten im Kernkraftwerk Grundremmingen Block C zu geben.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag liegt die Netzlast in der betreffenden Regelzone von Amprion bei etwa 14 GW. Trotz der geringen Netzlast und der damit verbundenen hohen Auswirkung einer größeren Störung kam es zu keinen Beeinträchtigungen in der Stromversorgung. Folgend der Momentum-Analyse  scheinen die Leistungseinschränkungen langsam und ohne große Gradienten durchgeführt worden zu sein.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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