Es wetzelt mal wieder die Blackout Angst. Dank Kopernikus und seinem heliozentrische Weltbild ist uns etwa ein halbes Jahrtausend bekannt, dass es ein Ereignis wie eine Sonnenfinsternis geben kann. Die Kraft der Sonne – umgewandelt durch ca. 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland zu elektrischer Energie, sind der Antrieb für den wirtschaftlichen Erfolg und die post-industrielle Lebensform. Dies soll jetzt in Gefahr sein, glaubt man dem Rechercheergebnis in der Welt. Dabei fehlt das wichtigste Argument: Unverlässlicher Zappelstrom aus konventionellen Kraftwerken.

Leider ist die Plattform der Marktteilnehmer aktuell nicht mit Daten bestückt. Nach einem Re-Design kann man zumindest im Augenblick keine vollständige Liste der ungeplanten Ausfälle von Kraftwerken erkennen.  Schaut man allerdings auf die Seite der RWE, so kann man bereits 4,9% der Kohlekraftwerke finden. Auf der Treansparenzplattform werden  die Daten noch migriert.

Bis zu 30% der geplanten Kapazitäten aus Steinkohle, Gas und Atromkraftwerken waren zu manchen Zeitpunkten in den letzten 12 Monaten ohne Vorwarnung nicht verfügbar. Wie an jedem anderen Tag, so könnte auch zum Zeitpunkt der 4/5 Sonnenfinsternis am 20. März 2015 dadurch die Stromversorgung in Deutschland zum Erliegen kommen.

Die Sicherung mittels Reservekraftwerken hatte in den vergangenen Monaten auch sehr interessante Züge angenommen. Durch die zuständige Bundesnetzagentur wurden Kraftwerke zur Reserve herangezogen, deren Betrieb nicht stabil gewährleistet werden konnte. Zur Weihnachtszeit berichtete blog.stromhaltig   über die Vorfälle in Hamm. Ein teures Vergnügen, welches die Versorgungssicherheit nicht fördert.

Im Beitrag, der auch bei Pro-Lausitz im Volltext zu finden ist, wird dem Handel indirekt und dem Börsenhandel direkt die Schuld an einer möglichen Unsicherheit im März gegeben. Es sei – so der Artikel – nicht möglich flexibel genug den Strombedarf abzuschätzen und entsprechend Erzeugung und Verbrauch in Balance zu halten. Die Option, dass die Stromhändler immer die Möglichkeit haben über den Terminmarkt bereits heute den vollständigen Bedarf einzukaufen – oder sogar zu überdecken wird nicht beschrieben.

Das Risiko liegt damit in den Regeln des deutschen Stromhandels: Denn am Vortag des 20. März dürften die Marktteilnehmer an der Strombörse sogar ganz regulär nur mit Stundendurchschnittswerten für Stromlieferungen am Folgetag handeln. Die genaueren und für den technischen Netzbetrieb wichtigen Viertelstunden-Blöcke müssen an der Börse jedoch erst ab 16 Uhr des Vortages gehandelt werden. (Quelle: Die Welt)

Gemeint ist der Spot-Markt, genauer der Handel an der EPEXSpot. Wie gut, dass ich am kommenden Montag dort auf einen Kaffee bin und direkt nachfragen kann, ob man sich des Problems des 20.3. bewusst ist.

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