Fakt ist, dass für die Fertigung eines intelligenten Stromzählers deutlich mehr seltene Erden benötigt werden, als dies für einen klassischen Ferraris-Zähler der Fall ist.

Es ist eine Diskussion um den Wert einer Sache. Hat der Bürger keinen Nutzen, dann muss er verpflichtet werden.  Mündig zur Abgabe eines Stimmzettels am Wahltag, aber unmündig die Art der Strommessung selbst in die Hand zu nehmen.

7 Eckpunkte für das „Verordnungspaket Intelligente Netze“ nennt sich das am Montag von Staatssekretär Baake (ehemals Agora Energiewende) vorgestellte Papier, welches die im Koalitionsvertrag bereits angekündigten verbindlichen Vorgaben für das Messwesen in Deutschland enthält.

Der VKU applaudiert, da seinen zentralen Forderungen entsprochen wurden, die Grenze für eine Verpflichtung zunächst sehr hoch anzusetzen, bevor man diese stufenweise reduziert.

postkarte_nervtFür intelligente Stromnetze werden Smart-Meter grundsätzlich nicht benötigt. Benötigt werden diese, wenn der Stromkunde direkt an brennstoffkosten-freie Stromerzeugung profitieren möchte.

Kommunikation wird zu einer Grundanforderung solcher intelligenten Netze. Deshalb ist es erforderlich, dass Erzeugungsanlagen, steuerbare Lasten sowie insbesondere Eigenerzeugung mit Eigenverbrauch und alle diejenigen, die Flexibilität anbieten bzw. von variablen Tarifen profitieren wollen, sichere standardisierte Kommunikationsverbindungen nutzen können.

Ein intelligenter Stromzähler verursacht etwa 50€ zusätzliche Kosten pro Jahr (bei manchen Anbietern auch deutlich mehr). Diese Kosten müssen zunächst irgendwo eingespart werden. Der private Stromkunde ist vielleicht bereit einen intelligenten Stromzähler zu installieren, aber nur wenn er damit mindestens die 50€ im Jahr durch Bezugskosten sparen kann.

blog.stromhaltig musste vor einem Jahr erst die Schlichtungsstelle Energie einschalten, bevor das Hickhack am eigenen Netzanschluss geklärt werden konnte. Keiner der beteiligten Zahlungsempfänger (Stromanbieter, Verteilnetzbetreiber, Messstellenbetreiber) hatte damals im Sinne des Kunden eine Auskunft gegeben oder für eine Klärung gesorgt.

Persönliches Fazit „Intelligenter Stromzähler als Stromkunde“

  • Kundenservice: Mangelhaft
  • Kosten: zu Hoch
  • Einsparungspotential: Nicht erkennbar
  • Kundenzufriedenheit: Unbefriedigend

Dennoch zeit das Verordnungspaket in die richtige Richtung, wenn es in Deutschland mit der Energiewende klappen soll. Tatsächlich sind intelligente Stromzähler notwendig, wenn…

Über die mit einem besonderen Fokus auf Datenschutz und Datensicherheit entwickelte Kommunikationseinheit (sog. Smart Meter Gateway) eines intelligenten Messsystems können Kleinerzeugungsanlagen, Elektromobile, Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen an ein intelligentes Energienetz angebunden werden.

Es bedarf allerdings keiner weiteren Verordnungen und Gesetze, sondern die Erledigung der Hausaufgaben. Gelingt die Definition eines neuen Strommarktes, welches Anreizfaktoren für den Endkunden liefert, wie es sich Baake für das erste Halbjahr 2015 wünscht, dann kommen Smart-Meter in die Haushalte auch ohne Pflicht.

Im Jahre 2014 hatte blog.stromhaltig eine Inventur gefordert. Wurde diese mittlerweile durchgeführt?

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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