Die Bundesnetzagentur bezeichnet als Arealnetz:

Nach § 110 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind Verteilernetze unter dort bestimmten Voraussetzungen auf Antrag als geschlossene Verteilernetze einzustufen. Abzugrenzen sind geschlossene Verteilernetze allerdings insbesondere von Kundenanlagen gemäß § 3 Nummer 24a EnWG und Kundenanlagen zur betrieblichen Eigenversorgunggemäß § 3 Nummer 24b EnWG. Früher wurden diese Verteilernetze oft gemeinsam als „Objektnetze“ bzw. „Arealnetze“ bezeichnet. Auf geschlossene Verteilernetze finden bestimmte Regelungen keine Anwendung.  (Quelle: BNetzA)

Etwas von Amtsdeutsch befreit könnte man von einer Insel im Strommeer sprechen, die gegenüber dem restlichen Stromnetz als ein großer Verbraucher oder Erzeuger (oder beides) auftritt. Theoretisch ist bereits ein Haus ein kleines Arealnetz, wenn auch nicht im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes.

Das Zusammenspiel der einzelnen Verbraucher und Erzeuger innerhalb des Areanetzes entscheiden über die Wirtschaftlichkeit des Systems. Eine Aufgabe, bei der es sehr schnell um die Verarbeitung von Energiedaten geht.

Der Begriff Big-Data wird gerne in die Richtung des Social-Webs betrachtet. Konsumenten, die auf Twitter und Facebook ein Interesse an einem Produkt bekunden, oder einfach nur ein Stimmungsbild abgeben. Big-Data ist jedoch deutlich mehr. Es geht darum aus einer Flut von Daten eine Erkenntnis zu gelangen, die man ohne Betrachtung der Daten nicht erhalten kann. Eine Erkenntnis, die ein bestimmtes Ziel verfolgt. Bei der Überwachung des Social-Webs geht es um den Erfolg eines Produktes auf dem Markt, bei der Stromversorgung geht es um die Wirtschaftlichkeit/Rentabilität eines Systems.

In einem Arealnetz gibt es eine Vielzahl von möglichen Datenquellen. Klassisch ist es das Protokoll der Energieflüsse im Unternehmen, allerdings kommen verstärkt auch andere Quellen hinzu, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick vermutet.

Bei einem Gewerbepark gibt es eine zentrale Kantine. Der Menüplan ist allen Mitarbeitet zugänglich, der Küchenchef kennt die Geschmäcker und weiß, welche Gerichte er wie oft zubereiten muss. Es klingt banal, jedoch kann aus den Bestellungen der Küche ein Rückschluss auf den Energiebedarf gewonnen werden. Wichtig ist es allerdings, dass die Überprüfung der Daten recht einfach möglich ist und nicht erst ein IT-Projekt mit langer Laufzeit gestartet werden muss.

Soll Big-Data im Umfeld der Energiewirtschaft eingesetzt werden, stellt die Einfachheit des Zugriffs auf die Datenquellen ein wichtiges Kriterium. Bei der Implementierung einer Lösung in diesem Umfeld wird daher zunächst ein möglichst Umfassendes „Data-Gathering“ durchgeführt.

Ein sogenanntes Virtuelles-Kraftwerk (VK) bezeichnet den Zusammenschluss verschiedener Einrichtungen zur Stromerzeugung. Innerhalb eines Arealnetzes wird ein VK um die Verbrauchskomponente erweitert. Im idealen Falle können Schwächen bei der Erzeugung durch Stärken beim Verbrauch ausgeglichen werden – allerdings ist es bei fehlender Datenanalyse auch denkbar, dass Schwächen auf der Erzeugungsseite und auf der Verbrauchsseite zusammen kommen und insgesamt ein deutlich schlechteres  Ergebnis liefern.

Auf der CeBIT 2015 steht mal wieder das Thema Big-Data im Vordergrund. Hubertus hatte mit seinem Rückblick auf die EWorld 2015 bereits die Frage nach smarter Vielfalt aufgeworfen. Jetzt sollte man wirklich gespannt sein, ob es auch Ansätze für Smarte-Arealnetze geben wird….

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