Bei den sogenannten Re-Dispatches handelt es sich um Netzeingriffe der Übertragungsnetzbetreiber im Zuge des sogenannten Engpassmanagements. Trifft an einem Ort ein hohe Stromerzeugung auf eine geringe Nachfrage, so muss über das Netz die überschüssige Energie solange weiter geleitet werden, bis sie zu einem Ort mit einem Defizit gelangt. Reichen die Stromtrassen nicht aus, um die notwendige Menge zu transportieren, dann greift dass Engpassmanagement und ein Kraftwerk wird abgeregelt.

Im Januar 2015 mussten die Übertragungsnetzbetreiber  insgesamt 494 mal in den Fahrplan der Kraftwerke eingreifen, so die Daten der Netztransparenzseite.

Durch die Eingriffe wurden 331.489 MWh dem Stromnetz entzogen, die zwar von einem Stromkunden bestellt wurden, allerdings nicht geliefert werden konnten. Bei einem durchschnittlichen Richtstrompreis von 35€/MWh ergibt sich für den Monat Januar ein Bilanzdefizit von 11.602.115 €.

Gesamt Arbeit (in MWh) nach anforderndem Übertragungsnetzbetreiber

Anfordernder TSO Erhöhung Reduktion Bilanz
50Hertz 102898 105073 -2175
50Hertz & CEPS 858 -858
50Hertz & PSE 68059 -68059
50Hertz & TenneT DE 98975 544876 -445901
Ausland 1595 1595
CEPS 930 930
TenneT DE 232233 47394 184839
Gesamtergebnis 435701 767190 -331489

Auffallend ist, dass die beiden Netzbetreiber Amprion (Westdeutschland) und TransnetBW (Baden-Württemberg) keinen einzigen Re-Dispatch angefordert haben, jedoch Kraftwerke in ihrem Gebiet zur Änderung der Einspeisemenge auffordern mussten.

Im Gesamtbild ergeben sich aus der jüngsten Analyse die unveränderten Hotspots. Im Osten der Republik – in der Gegend um Cottbus und Leipzig – erzeugen die Kraftwerke deutlich zu viel Strom, der zumindest in dieser Gegend nicht auf einen entsprechenden Verbrauch stößt.

Dieses Ungleichgewicht führt langfristig zu einem stärkeren Bedarf des Netzausbaus. Durch die Verallgemeinerung der Kosten für die Stromlogistik sind die anfallenden Kosten für die Stromlogistik von allen Stromkunden zu tragen.

blog.stromhaltig führt im Rahmen des Monitorings des Deutschen Stromnetzes eine fortlaufende Analyse der wichtigsten Parameter zum Betrieb und der Versorgungssicherheit durch. Durch die Beachtung der  Re-Dispatches, der Netzfrequenz und der Urgent-Market-Messages  entsteht ein umfangreicher Datenpool zum Energie-Daten-Management.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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